Enneastar beinhaltet viele Elemente der Enneagramm-Geschichte

über uns: Geschichte

 

Die Unter­suchung der Ennea­gramm-Geschichte bringt faszi­nie­rende Geistes­strömungen ans Licht, aber auch unhalt­bare Legenden.

 

Diese Seite dient als "Beipack­zettel" für den 2-Minuten-Test. Wir erklären ver­schie­dene Grund­bestand­teile von Enneastar, die auf das Ennea­gramm und dessen Geschichte zurückgehen.

 

 

Enneastar integriert faszinie­rende Elemente der Ennea­gramm-Geschichte.


 

 

Enneagramm-Geschichte

Enneagramm-Geschichte

Geschichte erwähnt nicht nur Personen, Fakten und Daten, sondern ist immer auch subjektive Interpretation von Ereignissen. Das ist bei der Geschichte des Ennea­gramms nicht anders. Jeder Enneagramm-Kurs hat seine eigene Aus­legung der Ennea­gramm-Geschichte.

Auf dieser Seite macht Markus Brunner unsere Sicht der Ennea­gramm-Geschichte trans­parent.

Unsere Ent­deckungen über­raschen. Des­halb beginnen wir mit einem "Wort der Warnung":

 

 

 

Vorsicht - Diese Seite verraet die wahre Enneagramm-Geschichte

Herkunftsgeschichte garantiert Überraschungen

Sie kennen und lieben das Ennea­gramm als uralte geheim­nis­volle Sufi-Lehre? Dann wollen Sie viel­leicht gar nicht wissen, was Sie auf dieser Seite über den Ursprung des Ennea­gramms lesen können. Bedenken Sie bitte: Die folgenden Informa­tionen könnten Ihre Sicht der Ennea­gramm-Herkunft auf den Kopf stellen. – Wenn Sie aber Über­raschungen lieben, sind Sie hier genau richtig. Wir laden Sie ein, einen Blick hinter die Kulissen der Ennea­gramm-Geschichte zu werfen.

 

 

 

Gurdjieffs Enneagramm - ueberliefert durch Ouspensky
Ouspensky 1949/2010, 421

Enneagramm-Geschichte – Kurzversion

Das Enneagramm ist ein geo­me­tri­sches Symbol, das auf den Russen Georges I. Gurdjieff (1866-1949) zurück­geht. Es wurde durch Schriften seines ehema­ligen russi­schen Schülers, Peter D. Ouspensky (1878-1947) über­liefert (siehe Grafik).

Auch der Bolli­vianer Oscar Ichazo (* 1931) wird am besten als Gurdjieff-Schüler ver­standen, obwohl er das abstreitet. Er ent­wickelte aus Gurdjieffs Lehre und Symbol – wohl inspi­riert durch den Ouspensky-Schüler Rodney Collin (1909-1956) – eine Neun-Typen-Lehre, die er zuerst in Arica (Chile), später in seiner "Arica-Schule" in New York City (USA) unterrichte.

Ichazos bekann­tester Schüler ist der aus Chile stam­mende ameri­ka­ni­sche Psychiater Claudio Naranjo (* 1932), der die "Arica-Lehre" zur Typen­psycho­logie weiter ent­wickelte, die heute schlecht­hin als das Ennea­gramm gilt.

Die ameri­kanische Naranjo-Schülerin Helen Palmer ver­mark­tete das Ennea­gramm sehr erfolg­reich und setzte sich dabei gegen einen von Ichazo ange­strengten Plagiats­prozess durch (1991-1992).

Seither wird das Ennea­gramm in ganz ver­schie­denen psycho­lo­gischen und eso­teri­schen Gruppie­rungen unter­richtet, nicht zuletzt auch in kirch­li­chen Kreisen, die mit dem ersten Ennea­gramm­buch (Maria Beesing / Robert Nogosek / Patrick O'Leary) bereits 1984 – stillen aber nach­haltigen – Ein­fluss auf die wei­tere Ennea­gramm-Ent­wick­lung nahmen.

 

 

 

Enneagramm-Geschichte – lange Version

Die folgende detail­lierte Auf­arbei­tung der Ennea­gramm-Geschichte dient als Hinter­grund­informa­tion für die­jenigen, die sich ver­tieft mit den ver­schie­denen Geistes­strömun­gen befas­sen wollen, die im Ennea­gramm zusam­men­fliessen. Am Ende jedes Kapitels zeigen wir auf, ob und wie das je­wei­lige Ele­ment in Enneastar inte­griert wird.

Wir entfalten die Geschichte des Ennea­gramms in drei Teilen und schliessen sie mit einem vierten Teil ab.

 

1.    Das Enneagramm ist ein "Bündel der Faszination"

1.1  Enneagramm: Geometrie

1.2  Enneagramm: Wurzel­sünden

1.3  Enneagramm: Typologie

1.4  Enneagramm: Psychologie

1.5  Enneagramm: Anthro­pologie

 

 

2.    Die Herkunfts­geschichten erweisen sich als "heisse Luft"

2.1  Enneagramm: Legenden

2.2  Enneagramm: Gurdjieffs Legende

2.3  Enneagramm: Ichazos Legende

2.4  Enneagramm: Kampf der Legenden

2.5  Enneagramm: Sufi-Legende

 

 

3.    Von der Ennea­gramm-Geschichte als "nicht hilf­reich" aus­gesondert

3.1  Enneagramm: Bewusst­seins-Stadien

3.2  Enneagramm: Astro­logie

3.3  Enneagramm: esote­rische Sekte

3.4  Enneagramm: Sheldons Typologie

 

 

4.    Schluss

4.1  Enneagramm: Fazit

4.2  Enneagramm: Literatur­verzeichnis

 

 

 

 

 

 


1.  Das Enneagramm ist ein "Bündel der Faszination"


 

 

1.1  Ennea­gramm: Geometrie

Ramon Llull – Gurdjieff – Enneastar

 

Das Enneagramm ist in erster Linie eine geome­trische Figur, die helfen soll, auch komplexe Realitäten mit ihr zu analy­sieren. Dieser Ansatz geht auf Ramon Llull zurück (1232-1316, oder auch: Ramon Lull, Raimund Lull), der mit zwei neun­zackigen Sternen die Wahr­heit der christ­lichen Religion beweisen wollte. Er war über­zeugt: Seine geome­trische Figuren gehen auf gött­liche Inspira­tion zurück. Sie faszi­nieren bis heute. Insbe­sondere die Figura T kann als erstes Ennea­gramm der Geschichte gelten.

 

Ramon Llull - Bergerlebnis
Le Myésier, Llulls Bergerlebnis

»Um 1274 empfängt Lull auf dem Berg Randa in der Mitte Mallorcas – seinem eigenen Zeugnis ent­sprechend auf­grund einer gött­lichen Inspiration – die Idee einer Wissen­schaft, die er die "Kunst der Wahrheits­findung" nannte – Ars inveniendi veritatem [...]. Sie sollte es ihm ermög­lichen, den Muslimen und Juden mit "not­wen­digen Vernunft­gründen" (rationes necessariae) die­jenigen christ­lichen Lehren zu erläutern, die am heftig­sten umstritten und abgelehnt wurden: die Trinität [Drei­einig­keit] und die Inkarnation [Mensch­wer­dung von Jesus Christus].« (Pindl, 266)

Dieses Berg-Erlebnis (1274) kann als Inspira­tions­stunde für Llulls neun­zackigen Sterne gelten.

 

Ramon Llull 1308_1517 - Figura A
Figura A – Llull 1308/1517

Der Llull-Schüler Thomas Le Myésier bezeugt folgende Worte, die Llull bei seiner Erleuch­tung (Illumination) gesagt haben soll: »O Gott, der Du mir durch Deine Gnade heute die [...] Prinzi­pien aller Dinge offen­baren wolltest und mich lehr­test, aus diesen zwei Figuren zu bilden!« (Fidora, XVIII) Dieser Erleuch­tung ver­dankt er seinen Bei­namen Doctor illuminatus (Fidora, XII-XIII).

 

»Die erste dieser Figuren ist mit A benannt, dem ersten Buch­staben des Alphabets, den Llull Gott vor­behält. Ent­sprechend wurde sie später als "Theolo­gische Figur" bezeichnet.« (Fidora, XXV; Hervorh. d. Verf.)

 

Ramon Llull 1308_1517 - Figura T
Figura T – Llull 1308/1517

»Die zweite Figur namens T systema­tisiert die relatio­nalen Begriffe, von denen jeweils drei zusammen­ge­nommen und den Winkeln eines Dreiecks ein­geschrie­ben werden. Auf diese Weise ent­stehen drei Dreiecke« (Fidora, XXVI; Hervorh. d. Verf.), einem Viel­fachen der Zahl Drei (Fidora, XIV).

 

Llull stellte fest: Jede Substanz hat eine innere Tätig­keit (operatio intrinseca), »die über­haupt erst eine Tätig­keit nach aussen hin ermög­licht (operatio extrinseca) [...]. Wie die Elemente z.B. ihre spezi­fische Eigen­art nicht ausser sich, sondern in sich selbst besitzen, könnte auch Gott nach aussen weder wirken noch erkannt werden, wenn er nicht in sich selbst aktiv wäre. [...] In dieser inneren korrela­tiven Tätig­keit fand Lull eine ein­sichtige Erklärung für die christ­liche Trinität [Drei­einig­keit], die ja den grössten Stolper­stein im Religions­dialog dar­stellte.« (Pindl, 282-284; Hervorh. d. Verf.)

 

Uta-Codex - Evangelistar Regensburg - 11_Jahrhundert - Das Dreieck als Symbol für die Trinitaet
Trinität-Symbol, Uta-Codex 11. Jh.

Obwohl Llull mit seinen geome­trischen Figuren vor allem auch Gottes Drei­einig­keit (Trinität) erklären wollte, gebrauchte er keines der Drei­ecke von seiner Figura T als Symbol für diese Drei­einig­keit (Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger-Geist). Das ist eigent­lich erstaun­lich, da das Drei­eck bereits im 11. Jahr­hundert gerne als Symbol für die Drei­einig­keit gebraucht wurde, oft ergänzt mit einem wei­teren Symbol für Gott – in der Mitte des Drei­ecks. Dieses zusätz­liche Symbol in der Mitte des Drei­ecks änderte sich im Laufe der Zeit und unter­lag offen­bar einer jeweils vor­herr­schenden "Mode­strö­mung" in Sachen "Symbolik".

 

»Verbindet sich das Drei­eck im frühen 11. Jahr­hundert mit der Hand Gottes [siehe obige Grafik], so ver­bindet es sich des weiteren, von Stufe zu Stufe voran­schrei­tend, mit dem Haupte Gottes, mit dem [hebrä­ischen] Namen Gottes und zuletzt mit dem Auge Gottes.« (Stuhlfauth, 21)

 

Enneagramm von Athanasius Kircher
Athanasius Kircher (Webb, 506)

Ab 1700 »ist das Auge Gottes mit und ohne Drei­eck sozu­sagen all­gegen­wärtig und bei Katho­liken und Prote­stanten als religiöses Sinn­bild noch immer populär. Seit dem 18. Jahr­hundert ver­wenden es, natür­lich in ihrem Sinne, die Frei­maurer als Signet [ab 1772, wiki/Auge_der_Vorsehung], wobei sie öfter das Drei­eck auch fort­lassen oder gelegent­lich es durch das Hexa­gramm ersetzen.« (Stuhlfauth, 26-27)

 

Der Gebrauch von Gottes Auge durch die Frei­maurer lässt dieses als eso­te­ri­sches Symbol erscheinen, ob­wohl es ursprüng­lich christ­lich ist und direkt auf einen Bibel­vers zurück­geht: "Denn des HERRN Augen durch­laufen die ganze Erde, um denen treu bei­zu­stehen, deren Herz unge­teilt auf ihn gerichtet ist." (2. Chronik 16,9a)

 

Athanasius Kircher (1602-1680) liess sich von der Drei­eck-Drei­einig­keit-Symbolik inspi­rieren – mit dem Auge Gottes mitten­drin, womit er sich als Kind seiner Zeit erweist. Er kom­bi­nierte diese Symbolik mit Llulls neun­zackigem Stern (siehe obige Grafik).

An Ramon Llull (1232-1316) hin­gegen ging diese Symbol-Geschichte (Drei­eck-Drei­einig­keit) offen­sicht­lich vor­bei, ohne eine Spur zu hinter­lassen. Gut mög­lich, dass sie zu seiner Zeit auch noch nicht so bekannt war.

 

Ramon Llull - Steinigung
Le Myésier, Llulls Steinigung

Auf einer nord­afri­kani­sche Missions­reise wurde Llull zum Märtyrer. Er wurde »bei seinem Fuss­marsch durch Algerien – wohl Ende des Jahres 1315 – von der auf­gebrach­ten Menge gesteinigt. [...] In der Kirche des Franzis­kaner­klosters in Palma wurde er bestattet; dort ist bis heute sein Sarg«. (heiligenlexikon.de; Hervorh. d. Verf.)

 

Der heutigen öku­meni­schen Bewe­gung dient Llull vor allem als Vor­bild für den inter­religiö­sen Dialog. »Wahr­heits­findung in Ein­tracht ist dabei das Ziel«. (Mayer, 421) Es besteht aller­dings die Gefahr, dass Llulls missiona­rische Perspektive über­sehen wird.

 

Ramon Llulls Sarg - Mallorca
Llulls Sarg 1487, Mallorca

Llull wurde nach seinem Tod ganz ver­schieden (miss-)­ver­standen. Er galt als Ketzer, Heiliger, Esote­riker und schliess­lich auch als Mathe­ma­tiker. Kirchen­geschicht­lich gehört er nebst einem Thomas von Aquin (1225-1274) zu den bedeu­tend­sten Schola­stikern. Llull selbst ver­stand sich offen­sicht­lich als Missionar, der für ein inter­religiöses Fair­play einstand.

 

Neunzackiger Stern in der mittelalterlichen Architektur

Llulls Figura T ent­decken wir im 15. und 16. Jahr­hundert in der Archi­tektur, interes­santer­weise in ganz verschie­denen Gegenden.

  • So ent­decken wir sie in Anegundi, einer Aus­grabungs­stätte in Indien. Gemäss Eberhard datiert eine Expertin dieses Symbol auf das frühe 15. Jahr­hundert und sieht darin hindu­istische wie auch mosle­mische Einflüsse.
  • In Italien wurde gar die ganze vene­dische Festungs­stadt Palmanova (gegründet am 7.10.1593) auf dieses Symbol ausgerichtet.

In beiden Fällen ist aber keine tiefere Bedeutung dieser Symbolik bekannt. Wenn die Archi­tektur von Palmanova christ­lich motiviert war, so bleibt deren Bedeutung uner­forscht (Hilliges, 756).

Ramon Llull ist also nicht nur die früheste, bekannte Quelle für den neun­zackigen Stern (13. Jahr­hundert), sondern offen­sicht­lich auch der Erste, der diesem Symbol eine besondere Bedeu­tung gibt. Erst ab 1844 wurde es dann auch von der Bahai-Religion bean­sprucht, wes­halb es heute – zu Unrecht – als nicht-christ­liches Symbol gilt.

 

Agrippa von Nettesheims Kommentar zu Lulls Ars brevis
Agrippa von Nettesheim 1533

Ab dem 16. Jahr­hundert finden Llulls Werke Ein­gang in esote­rische Strö­mun­gen.  So schreibt Agrippa von Nettes­heim (1486-1535) einen Kommen­tar zu Llulls Ars brevis und preist diese als »Kunst der Künste, von der alle übrigen Wissens­zweige abhingen, die alle Fragen [...] lösen könne.« (Pindl, 302-303)

 

Gurdjieffs Enneagramm
Ouspensky 1949/2010, 421

Gut mög­lich, dass auch G.I. Gurdjieffs (1866-1949) Ennea­gramm dieser esote­ri­schen Strö­mung  ent­stammt. Vielleicht auch über den Jesuiten­pater Athanasius Kircher (1602-1680), der Llulls "Figura T" Enneagon nannte (van Stijn, 253), also gleich wie manch­mal auch Oscar Ichazo (de Christopher, 64). Auf jeden Fall wollte auch Gurdjieff das »Ennea­gramm prinzi­piell als uni­ver­selles Symbol ver­stan­den wissen, mit dem jeg­liche Wissen­schaft inter­pre­tiert werden könnte und das für jeman­den, der es zu nutzen wusste, Bücher und Biblio­theken über­flüs­sig machen würde: Würde man in der Ein­sam­keit der Wüste ein Ennea­gramm in den Sand zeich­nen, könnte man die ewi­gen Gese­tze des Univ­er­sums lesen und immer etwas Neues, bis dahin Unge­ahntes dazu­lernen.« (Naranjo 2017, 55; vgl. Ouspensky 1949/2010, 432)

 

James Webb - The Harmonious Circle
James Webb 1980

James Webb leitet Gurdjieffs Symbol eben­falls auf Ramon Llull zurück (1980). Dabei geht er davon aus, dass sich Llull für seine Ideen auch von seinem Ziel­publi­kum, den Sara­zenen (Moslems), inspi­rieren liess. »[...] in the words of a leading Lullian scholar, "Lull in pre­paring to combat Islam, had stee­ped him­self for years in its litera­ture and mysticism. He had taken many of his arms from his adversaries."« (Webb, 518)

 

In seinen Nach­forschungen trifft Webb auf Gurdjieff-Schüler, denen Llulls Symbol bereits zu Gurdjieffs Zeiten bekannt war. »The Lullian Art was known to Gurdjieff's St. Peters­burg group – it had been redisco­vered by Anna Butkovsky and Anthony Charkovsky – and this fact alone may have been responsible for Gurdjieff's use of the ennea­gram in conver­sations with those pupils.« (Webb, 519)

 

Übrigens: Auch Oscar Ichazo, der Erfinder des "Typen-Ennea­gramms", kannte Llulls Figuren – gemäss eigener Aussage – bereits 1943 als »Chaldean seal« bzw. Ennea­gramm (Labanauskas/Isaacs).

 

James Webb - Von Llull zu Gurdjieffs Enneagramm
von Llull zu Gurdjieff (vgl. links) (Webb, 519)

Webb sieht in Llulls Figuren die Vor­lagen für Gurdjieffs Ennea­gramm. Er zeichnete das Ennea­gramm gar in Llulls Figura A ein (siehe Grafik). Aber er macht auch auf inhalt­liche Parallelen auf­merk­sam. So ver­stand Llull seine Figuren als inter­religiöse Sprache, gemäss Webb sogar als uni­verselle Sprache.

 

Gurdjieff hatte den gleichen Anspruch an das von ihm über­lieferte Ennea­gramm. »Gurdjieff denounced all con­cocted uni­versal languages, and declared that in any case a valid uni­versal language already existed. When he intro­duced his Russian groups to the ennea­gram, he defined it as "the funda­mental hiero­glyph of a uni­versal language." [...] How­ever, we do know that Lull delibe­rately constructed his Art to provide a universal language which would unite men of all creeds under a single God.« (Webb, 519)

 

Enneagramm - Llull-Gurdjieff
von Llull (links) zu Gurdjieff (Webb, 512)

Wenn die obige Her­leitung des Ennea­gramms korrekt ist, bleibt nur noch die Frage, wes­halb Gurdjieff das Symbol von Ramon Llull abge­ändert hat. Gurdjieff gab hier­zu nie eine Erklärung.

Webb stellt sich die gleiche Frage, ohne eine plausible Ant­wort zu liefern.

»Is this an "intentional inexactitude"? According to Ouspensky, Gurdjieff called his enneagram "an incomplete and theo­re­ti­cal form." Per­haps he hoped that his pupils would them­selves be able to complete the symbol and restore the original harmony.« (Webb, 512-513)

Vielleicht ist die Ant­wort ja viel simpler: Gurdjieff wollte extra­vagant sein – und er war es auch. ☺

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar greift auf das ursprüng­liche Symbol von Ramon Llull zurück (rechte Grafik), statt sich an Gurdjieffs Abwand­lung zu halten. Dieses Symbol wird zwei­fach verwendet.

  • Das kleine rote innere Symbol wird mit einer Perle ver­bunden, um die neun Eigen­schaften der soge­nannten Geistes­frucht als "Perle der Ewig­keit" dar­zu­stellen. Das auf­recht stehende Drei­eck des inneren Symbols wird für Gottes Drei­einig­keit ver­wendet (breite Linien), mit einem Herz in der Mitte, das Gottes Liebe symbolisiert.
  • Das grosse farbige äussere Symbol wird für die neun Typen ver­wendet, deren Team­dynamik mit ver­schie­denen Farben dar­ge­stellt wird (blau, grün, gelb). Wir erlauben uns dabei, die Ennea­gramm­typen in eine andere Reihen­folge zu bringen, statt uns an Ichazos Vor­gabe zu halten. Unsere Typen­an­ord­nung orien­tiert sich an der bibli­schen Reihen­folge der neun Eigen­schaften der Geistes­frucht, die mit dem kleinen inneren Symbol dar­ge­stellt wird (siehe oben). Die Reihen­folge des Ennea­gramms wird in Enneastar mit hochgestellten Zahlen hinter den Typen-Namen ausgewiesen.
Geometrische Unterschiede zwischen dem Enneagramm und Enneastar

 

Enneastar ist eine christ­liche Weiter­ent­wick­lung des Ennea­gramms.

Guido Eberhard ist der Meinung, dass Christen auf Llulls Stern zurück­greifen sollten, wenn sie das Ennea­gramm weiter ent­wickeln wollen, um Gurdjieffs Ennea­gramm der »gurdjieff­schen Ennea­gramm-Gemeinde« zu über­lassen (Eberhard).

Wir sehen das differen­zierter. Das Ennea­gramm wurde schon früh von Christen mit­ge­prägt. Das erste Ennea­gramm-Buch stammt von christ­lichen Ordens­leuten und hat die weitere Ennea­gramm-Ent­wick­lung stark beein­flusst (Beesing/Nogosek/O'Leary).

 

Eberhard scheint den christ­lichen Ein­fluss auf die Ennea­gramm-Ent­wicklung zu unter­schätzen, wenn er Gurdjieff auch einen Christen nennt. »So sehr Gurdjieff auch vom Sufismus und Asien fasziniert gewesen war, so war er doch zutiefst Christ – auch wenn er nie gut von den christ­lichen Kirchen sprach.« (Eberhard) Diese Behauptung ist ziem­lich hypo­thetisch. Obwohl Gurdjieff sein erstes Buch »In the name of the Father and of the Son and in the name of the Holy Ghost. Amen.« beginnt (Gurdjieff 1950/99, 3), und sich auch sonst immer wieder gerne beim Christen­tum bedient, bleiben diese Bezüge eben doch ober­fläch­licher Art. Gurdjieff selbst bezeich­nete seine Lehre als »eso­te­ri­sches Christen­tum« (Ouspensky 1949/2010, 147). Adäquater wäre wohl der Begriff "christ­lich ver­packte Esoterik".

 

Auch wenn Eberhard – zumindest an dieser Stelle – ungenau ist, schmei­chelt uns sein Rat trotz­dem. ☺ Als Christen greifen wir noch so gerne auf Llulls Symbol zurück und damit auf das Original bzw. sozu­sagen auf das "Ur-Ennea­gramm". Wir danken Guido Eberhard an dieser Stelle für die nach­träg­liche Bestätigung unseres Ansatzes – und zitieren ihn gerne wort­wörtlich:

»Es wäre folgerichtig, wenn das von Gurdjieff ein­geführte oder erfundene Symbol ein "Marken­zeichen" ist, das aus­schließ­lich von der gurdjieff­schen Ennea­gramm-Gemeinde ver­wendet wird. Insbe­sondere den kirch­lich orien­tierten Ennea­grammern empfehle ich, den regel­mäßigen Neuneck-Stern als Symbol zu nehmen und ihre eigene Ennea­gramm-Lehre weiter zu ent­wickeln – aller­dings müssen Sie mit der Änderung des Symboles einiges Umschreiben, weil die wissen­schaft­lich ohnehin nicht halt­bare Dogmatik der Fließ­rich­tungen dann nicht mehr ver­wendet werden kann.« (Eberhard)

 

 

 

 

 

 

1.2  Ennea­gramm: Wurzel­sünden

Evagrios Pontikos (8 Gedanken) – Papst Gregor I. (7 Todsünden) – Herzensbüchlein – Enneagramm (9 Wurzelsünden) – Enneastar

 

Das psycho­logische Ennea­gramm inte­griert die sieben Tod­sünden, die mit zwei weiteren Sünden ergänzt werden, um alle neun Punkte der geo­me­tri­schen Figur abzu­decken. Damit wird das Ennea­gramm zum Seelen-Spiegel, um das eigene Leben und Herz zu reflek­tieren.

 

Evagrios Pontikos
Evagrios Pontikos (etsy.com)

Die Liste von sieben Tod­sünden geht auf den Emerit Evagrios Pontikos (345-399) zurück. In seinem Buch "Über die acht Gedanken" behandelt er folgende acht Versuchungen (Evagrios Pontikos):

  1. Fresslust
  2. Unzucht
  3. Geld­gier
  4. Zorn
  5. Kummer
  6. Über­druss
  7. Ruhm­sucht
  8. Hochmut

 

Papst Gregor der Grosse
Gregor I. (heiligenlexikon.de)

Papst Gregor I. (oder: Gregor der Grosse, † 604) ordnete den Kummer dem Über­druss zu, die Ruhm­sucht dem Hoch­mut und fügte dem Sünden­katalog den Neid hinzu. Das ergibt dann eine Liste von sieben Tod­sünden (wiki/Todsünde):

  1. Superbia (Hochmut, Stolz)
  2. Avaritia (Geiz, Geldgier)
  3. Luxuria (Unzucht, Wollust)
  4. Ira (Zorn)
  5. Gula (Fresslust, Völlerei)
  6. Invidia (Neid, Eifersucht)
  7. Acedia (Faulheit, Überdruss)

 

Doch was ist mit dem Begriff "Tod­sünde" überhaupt gemeint?

  • »Mittelalterliche Theologen benannten die meist im Volks­mund unkorrekt geführte Bezeichnung der Tod­sünden als Haupt- bzw. Wurzel­sünden. Dem­nach führen die mensch­lichen Leiden­schaften wie Zorn oder Wollust erst zu den eigent­lichen Tod­sünden des Dekalogs wie Mord oder Ehe­bruch.« (Thierbach, 46)
  • »Sieben ist ja eigent­lich eine heilige Zahl. Die Tradition meint damit, dass der, der die sieben Gefähr­dungen über­windet, heil wird und ganz, dass er immer mehr ver­wandelt wird in die Gestalt Jesu Christi.« (Grün 2009, Sieben Todsünden)

 

Die Herzens-Reflexion anhand von Tod­sünden hat eine alte Tradition, die bis ins Mittel­alter zurück­reicht. Das so­ge­nannte Herz­büch­lein ist hier­für der konkre­teste Beleg. Dieses hat die Menschen über Jahr­hunderte hin­weg in seinen Bann gezogen und ist bis heute in Gebrauch. Seine Geschichte ist einzig­artig:

 

»In der mittel­alter­lichen Litera­tur bildet die Ars moriendi, die Kunst zu sterben, ein ganz eigenes Genre. [...] Ein solches Ars-moriendi-Motiv können wir [mit dem Herzbüchlein] vom Mittel­alter bis in unser eigenes Jahr­hundert hinein ver­folgen. Es stellt das Toten­bett des Gott­losen bezie­hungs­weise des Gottes­fürch­tigen dar und stammt von dem mittel­alter­lichen Vor­bild "Le vray miroir du pecheur". Die Bilder­folge wurde mehr­fach kopiert und fand weite Ver­brei­tung.« (Bringéus, 61; Hervorh. d. Verf.)

Le vray Miroir du Pecheur - 16_Jahrhundert
Le vray Miroir du Pécheur, 16. Jh.

 

Mit der folgenden Tabelle weisen wir den franzö­si­schen Text aus – samt Über­se­tzung bzw. Inter­pre­ta­tion. Die roten Felder beziehen sich auf den Sünder, die grünen auf den Frommen. Die Tabelle zeigt, dass die obere Bilderzeile eine selt­same Reihen­folge auf­weist.

Le vray Miroir du Pecheur - 16_Jahrhundert - deutsche Uebersetzung
Tabelle: deutsche Übersetzung

 

Vom obigen "Le vray Miroir du Pécheur" scheinen zwei Traditions­linien hervorzugehen:

 

Le vray Miroir du Pecheur - Holzschnitt von Pellerin in Epinal-Frankreich - 1840
Einblatt-Traktat 1840, Frankreich

Einblatt-Traktat: Die eine Traditions­linie scheint sich auf den franzö­si­schen Raum zu konzen­trieren und ist durch ein "Einblatt-Traktat" nach­weis­bar. Diesem Traktat geht es weiter­hin vor allem um die Ars moriendi, also um die Kunst zu sterben. Die Bilder werden in zwei Spalten aus­ge­wiesen. Links der Sünder, rechts der Fromme. Mit diesen zwei Spalten wird die Gegen­übe­rstel­lung noch präg­nanter. Wäh­rend der Fromme auf dem Sterbe­bett vom Himmel ab­ge­holt wird, landet der Gott­lose in der Hölle. Diese wird als Folter­kammer dar­ge­stellt. Im letzten Bild werden dann Himmel und Hölle ein­ander gegen­über­ge­stellt (oben/unten). Die Tod­sünden werden in den ober­sten zwei Bildern zwar weiter­hin (mit Tieren) dar­ge­stellt, scheinen aber eher ein Neben­thema zu sein.

 

Herzbüchlein: Die andere Traditions­linie geht vom gleichen ursprüng­lichen Bilder­bogen aus, wird aber in Form eines Büch­leins weiter­ge­geben. Dieses soge­nannte "Herz­büch­lein" gelangt 1732 von Frank­reich nach Deutsch­land, von wo es sich später in alle Welt ver­breitet – nota­bene bis zum heu­tigen Tag. Beim Herz­büch­lein geht es nicht nur um Himmel und Hölle, sondern vor allem auch um die sieben (mit Tieren illust­rierten) Tod­sünden und deren Über­win­dung. Diese Schrift ver­lässt den engen Rahmen der Ars moriendi und beschäftigt sich mit dem spirituellen Leben, welches mittels 10 Zuständen analy­siert und jeweils bild­lich reflek­tiert wird.

 

1.  »Das Bild des Innern eines Menschen, der der Sünde dient und den Teufel in sich herrschen lässt.«

2.  »Das Bild des Innern eines Sünders, der Busse thut und die Sünde zu fliehen anfängt.«

3.  »Der innere Zustand eines Sünders, der an Christum und das Evangelium glaubig und mit dem heiligen Geiste erfüllt wird.«

4.  »Bild des inneren Zustandes eines Menschen, der durch Christi Ver­dienst mit Gott ver­söhnt, nichts mehr weiss, als Jesum Christum, den Gekreuzigten.«

5.  »Das Innere des Gott­seligen. – Sein Herz ein Tempel des lebendigen Gottes, eine Wohnung der heiligsten Dreieinigkeit.«

6.  »Der Herzens­zustand eines Menschen, dessen Eifer wieder erkaltet und der die Welt lieb gewinnt.«

7.  »Das Herz eines Menschen, der nach seiner Bekehrung wieder muth­willig sündiget und die Sünde und den Satan in sich herrschen lässt.«

8.  »Der Tod des Gott­losen und der Lohn der Sünde.«

9.  »Der innere Zustand eines Christen, der im Kampfe gegen die Sünde und in der Uebung der Gott­seligkeit bis ans Ende beharret.«

10. »Der Tod des Frommen und Gerechten.« (Herzbüchlein 1815)

 

Die 10 Bilder des Herz­büch­leins von 1815 (Num­me­rie­rung d. Verf.):

La grande Danse Macabre - Paris 1486_1862 - Titelblatt_Seite_62
Danse Macabre, Paris, 1486/1862. Titelblatt+S.62

Beide Traditionslinien (Einblatt-Traktat/Herz­büch­lein) gehen – wie bereits oben erwähnt – auf den alter­tüm­lichen »Bilder­bogen (Anfang 16. Jh.?) "Le vray miroir du pecheur" zurück, dessen eine Dar­stel­lung schon in dem 1461 zu Paris bei Guyot Marchant gedruckten "Danse macabre" vor­gebildet ist«. (Spamer, 155; Hervorh. d. Verf.)

 

Diese "Danse macabre"-Zeichnung ist heute noch nachweisbar im Büchlein La grande Danse Macabre, Paris, 1486/1862.

 

Herzbuechlein 1738 - Frankreich
Herzbüchlein 1738 (FRA)

Die "Danse macabre"-Zeichnung (Dämon mit der Keule) wurde im Herz­büch­lein 1738 (Frankreich) noch abge­druckt, in spä­teren Ver­sio­nen dann aber weg­ge­lassen. Der Ver­zicht auf diese aber­gläu­bi­sche Höl­len­dar­stel­lung stei­gerte sicher die Akzep­tanz des Büch­leins.

 

Teufels­dar­stel­lungen bleiben aber weiter­hin ein Marken­zeichen des Herz­büch­leins, ebenso die Feuer­flam­men der Hölle. Mit dieser Ver­bild­li­chung des Bösen und dessen Schicksal ver­mittelt das Büch­lein eine drama­ti­sche Dring­lich­keit. Diese rohe Art der Ver­kün­di­gung faszi­niert die einen, ärgert andere. Es ist nicht ver­wunder­lich, dass das Büch­lein seit jeher ernst­haften Wider­stand provo­ziert.

Theo­logen wissen, dass die Bibel zurück­haltender ist. Sie illust­riert das Böse nur mit Symbol­bildern (Schlange, Drache) und ex­pli­zite Erwäh­nungen einer Hölle lassen sich an einer Hand ab­zählen. Aller­dings predigte auch Jesus keines­wegs nur "Friede, Freude, Eierkuchen".

»Das in den christ­lichen Kirchen heute weithin übliche Gerede von einem über­aus sanften Jesus, der einen bedin­gungs­los gutmütigen Gott ver­kündigt hätte, ist zweifel­los eine wissen­schaft­lich nicht halt­bare Pro­jek­tion eines risiko­freien Ange­nom­men­seins. In der histo­ri­schen Wissen­schaft wird nir­gend­wo be­zwei­felt, dass Jesus zwar von einem grenzen­losen, aber nicht von einem bedin­gungs­losen Erbarmen Gottes ge­spro­chen hat« (Vor­grimler, Geschichte der Hölle, 13).

 

franzoesisches Herzbuechlein 1738 - 7_Todsuenden
Herzbüchlein 1738, Frankreich

Das erste Herzbüchlein stammt von Frank­reich und geht bis auf das Jahr 1730 zurück, wo es unter Titeln wie "Miroir de l’âme du pécheur", "Le vray miroir du pécheur", "Le miroir des âmes" auf grosses Interesse stösst (Servais, 102). Der Kopf des Herzens­menschen erinnert uns heute an ein Musketier oder einen Jass­könig (Servais, 101).

1732 kommt das Herz­büch­lein nach Deutsch­land. »Durch seine ein­dring­lichen symbol­haften Ver­bild­lichun­gen der inneren Herzens­zustände des gott­losen wie des gott­zugewandten Menschen und des Todes Beider mit den zahl­reichen Teufels­ge­stalten und der Tier­symbolik der Tod­sünden scheint das Büch­lein schnell volks­tüm­lich geworden zu sein wie auch manchen späteren Verboten stand­gehalten zu haben.« (Spamer, 155-157)

 

Katholisches Handbuch der Buecherkunde 1848
Thesaurus 1848, Deutschland

Das katholische "Hand­buch der Bücher­kunde" beurteilt 1848 das Herz­büch­lein unter dem Ein­trag "Gossner, Johannes": »Das Herz des Menschen [...] 1822. Diese uralte (eigent­lich jesui­tische) Erbau­ungs­schrift mit gräu­lichen, emblema­tisch¹-sym­bo­li­schen Figural-Dar­stel­lungen – unter Kaiser Joseph II. [1741-1790] schon ver­pönt – ist wegen ihres aber­gläu­bi­schen und after­mysti­schen² Inhalts theils von einzelnen Ordina­riaten, theils von den deutschen Regie­rungen lange streng ver­boten gewesen. Gossner mag sie ver­ändert neu heraus­ge­geben haben.« (Thesaurus librorum rei catholicae, 321; Hervorh. d. Verf.)

 

  ¹ sinnbildlich (Duden.de) (Anm. d. Verf.)

  ² »Vor­täu­schung mysti­scher Erlebnisse [...]« (ath-zdw.ch; Anm. d. Verf.)

 

Herzbuechlein 1815 - Johannes Gossner - 7_Todsuenden
Herzbüchlein 1815, Deutschland

Johannes Gossner über­arbeitet das Herz­büch­lein und gibt dieses 1812 neu heraus. Er wird im katho­lischen "Hand­buch der Bücher­kunde" als Apostat (vom Katho­li­zismus Abge­fallener) be­zeich­net: »Gossner, Johannes (Apostat seit 1819), frü­her Pfarrer u. Distr.-Schul-Inspektor [...]; dann Metho­disten-Prediger in Russ­land, jetzt an der böh­misch-mäh­rischen Brüder­gemeinde zu Berlin Krichen-Vorstands-Mitglied.« (Thesaurus librorum rei catholicae, 320)

 

»Der Erfolg der Gossner­schen Schrift war sofort nach Erscheinen unge­heuer und zwar bei allen Bevöl­kerungs­schichten, am unmittel­bar­sten aber bei den bai­ri­schen Katho­liken. Als Erbau­ungs- und Erweckungs­schrift ging das "Herz­büch­lein", wie man es kurz nannte, schnell in alle mög­lichen Sprachen über« (Spamer, 155-157) und überwand auch konfessionelle Grenzen.

Nicht »bloss in der grie­chi­schen und römisch-katholi­schen Kirche, sondern auch in der evange­li­schen Kirche fand das Büch­lein [...] viel Ein­gang.« Unzäh­lige Men­schen aus ganz unter­schied­lichen Kulturen wurden berührt und kamen zur Über­zeugung:  das bin ich. (Herzbüchlein 1873)

 

Herzbuechlein 1929 - Joseph Gschwend - 7_Todsuenden
Herzbüchlein 1929, international

Das Herz­büchlein wurde 1929 vom Schweizer Joseph Gschwend (1894-1988), Pfingst­prediger und Lesotho-Missionar (Historisches Lexikon), neu über­arbeitet. Die von ihm gegründete Missions­gesellschaft "All Nations Gospel Publishers" arbeitet noch heute damit (Herzbüchlein 1929).

 

In den Bildern des Herz­büchleins werden die sieben Tod­sünden in den verschie­denen Auf­lagen mit folgenden Tieren dar­gestellt:

  • Hochmut (Stolz) → Pfau
  • Unzucht, Hurerei, Ehe­bruch (Wollust) → Bock
  • Trunksucht, Völlerei → Schwein
  • Trägheit, Zauberei (Faulheit) → Schild­kröte, Esel, Schnecke
  • Hass, Zorn, üble Laune → Leopard, Tiger, Löwe
  • Eifersucht (Neid) → Schlange
  • Liebe zum Geld, Geiz → Kröte

 

sieben Todsuenden - Einblattholzschnitt anonym - 1480_90
Sieben Todsünden, anonym 1480/90

In einem um 1480/90 ent­standenen Ein­blatt­holz­schnitt eines unbe­kannten Künst­lers kann man bereits einige Tiere vom Herz­büch­lein erkennen:

  • Während der Stolz als Bischof (sic!) auf dem hohen Ross sitzt und einen Spiegel in der Hand hält,
  • reitet der Geiz auf einer Kröte.
  • Frau Zorn sitzt auf einem wilden Bären und durch­sticht sich selbst,
  • Frau Neid reitet auf einem futter­neidi­schen Hund,
  • die Faulheit auf einem "faulen" Esel,
  • die Völlerei auf einem Schwein
  • und die Unzucht reitet als Liebes­paar auf einem Bock.

Alle reiten zum Höllen­rachen im Takt des Pauke schlagen­den und Flöte spielen­den Teufels (Thierbach, 222).

 

Im frühen 17. Jahrhundert sehen wir beim Künstler Jacques Callot (1592-1635) schon fast die gleichen Tiere für die Tod­sünden, die dann auch ins Herz­büch­lein ein­geflossen sind (siehe Bild unten). Die einzige Aus­nahme ist der Esel, der die Träg­heit symbo­li­siert. Diese wurde in späteren Aus­gaben des Herz­büch­leins mit einer Schildk­röte dargestellt.

Callot soll sich übrigens auch persön­lich mit der Sünde als Gefahr beschäftigt haben. »Schon als Kind, so weiss die Legende, habe er gebetet, Gott möge ihn "vor Sünde bewahren, sich in dem Beruf, den er einmal ergreifen werde, vor allen anderen aus­zeichnen und 43 Jahre alt werden lassen".« (Callot, 6)

Todsuenden von Jacques Callot
Herzbuechlein 1929 - Joseph Gschwend - Erloesung
Herzbüchlein 1929, international

Das Herz­büch­lein sieht Ziel und Bestim­mung des Men­schen in der Inne­wohnung des drei­einigen Gottes im Herzen des Menschen (siehe Grafik aus Her­zbüch­lein 1929). Diesem Herz wird durch Jesus Christus ver­geben. Der Mensch bekommt durch diese Ver­gebung ein reines Gewis­sen, das er fortan als Gottes natur­gegebene Stimme ernst nimmt. Die Tod­sünden werden als Wurzel­sünden durch die Kraft des Heiligen Geistes mehr und mehr besiegt. Die Geistes­frucht wächst und mani­festiert sich.

 

Das Herz­büch­lein zeigt mit seiner über 400-jäh­rigen Geschichte, dass die bild­liche und symbo­lische Reflexion von Tod­sünden eine grosse Anziehungs­kraft auf Menschen aus­übt. Diese Anziehungs­kraft wirkt auch im Ennea­gramm, dessen Typologie von einer erweiter­ten Liste der Tod­sünden ausgeht.

 

Enneagramm Oscar Ichazo - John Lilly and Joseph Hart
Ichazo (Lilly/Hart, 338)

Das psycho­logi­sche Ennea­gramm ergänzt die sieben Tod­sünden mit zwei Gedanken von Evagrius Pontikos (345-399) und benennt diese um. Die Ruhm­sucht wird zur Täu­schung (Naranjo spricht von Eitel­keit; Naranjo 2017, 226), der Kummer zur Angst.

 

Dieser Ansatz geht auf Ramon Llull (1232-1316) zurück, der als Erster die Todsünden auf die Neunzahl trimmte.

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar geht nicht von den (ergänzten) Tod­sünden aus, sondern orien­tiert sich an der bibli­schen Geistes­frucht. Trotz­dem sind die – durch Evagrius Pontikos (345-399) ergänzten – Tod­sünden in den Typen­beschrei­bun­gen ent­halten, wes­halb Enneastar letzt­lich immer auch ein Nach­denken über die (ergänzten) Tod­sünden bzw. Wurzel­sünden (Rohr/Ebert, 49) ist.

Enneagramm - Entwicklung von 7 Todsuenden zu 9 Wurzelsuenden
Enneastar ermoeglicht das Reflektieren von Geistesfrucht und Wurzelsuenden

 

Enneastar kennt die gleichen Wurzel­sünden wie das Ennea­gramm. Diese werden mit den Tieren des Herz­büch­leins dar­ge­stellt. Neu hinzu kommen der Hase für Kummer/Angst und das Chamäleon für Ruhm­sucht/Täuschung.

 

Im Gegen­satz zum Ennea­gramm geht Enneastar aber primär von Tugen­den aus, näm­lich von der soge­nannten Geistes­frucht, die in der Bibel mit neun Eigen­schaften beschrieben wird.

 

Enneastar richtet sich nach der blibli­schen Reihen­folge dieser Geistes­frucht: Liebe, Freude, Friede, Geduld (alt­deutsch: Lang­mut), Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut (oder: Rück­sicht­nahme), Ent­halt­sam­keit (oder: Selbst­be­herr­schung). (Bibel: Galater 5,22-23)

 

 

 

 

 

 

 

1.3  Ennea­gramm: Typo­logie

Magda Kelber (9 Kommunikationsstile) – Meredith Belbin (9 Teamrollen) – Enneastar

 

Das psycho­logische Ennea­gramm ist eine Typo­logie mit neun Persön­lich­keits­mustern. Neun­teilige Typo­logien scheinen Menschen ganz all­gemein zu faszi­nieren. Eine Grafik, die in Kreisen von Sozialer Arbeit und Erwachsenen­bildung seit Jahr­zehnten "herum­geistert", liefert hierfür einen offen­sicht­lichen Beweis.

 

Magda Kelber 1958 - Typologie fuer Diskussionen
Kelber 1958/1964, 113

Magda Kelber: 9 Kommunikationsstile

Die deutsche Quäkerin und Sozial­arbeiterin Magda Kelber (1908-1987, wiki/Magda_Kelber) ist die »Erfinderin der Gruppen­päda­gogik« (Bernet). Sie fügte 1958 eine Grafik mit neun Tieren in ihr Buch "Betriebs­fibel – Fibel der Gesprächs­füh­rung" ein. Das Buch ver­steht sich als Bei­trag, »dass Demo­kratie von der blossen Staats­form zu einer Lebens­form wird, die die klein­sten Dinge unseres täg­lichen Lebens durch­dringt.« (Kelber, 5)

 

(Das Original dieser Grafik der Arbeits­gemein­schaft der deutschen Schüler­ver­trungen, Koblenz, konnten wir leider nicht aus­findig machen.)

 

Marita Pabst-Weinschenk 1995 - Typologie fuer Diskussionen
Pabst-Weinschenk 1995, 134

Das Bild wurde später von Marita Pabst-Weinschenk über­nommen (1995), die es etwas modifi­zierte und den angriffs­lustigen Hund mit einem Huhn ersetzte. Ein Jahr­zehnt später, genauer 2016, gibt Pabst-Weinschenk dem Bild noch mehr Betonung, indem sie das typische Diskussions­verhalten jedes "Tiers" schildert und adäquate Reaktionen des Gesprächs­leiters vor­schlägt.

 

Diese Grafik hat also eine 60-jährige Geschichte und ist bis heute in regem Umlauf – auf jeden Fall im Umfeld der Sozialen Arbeit und Erwach­senen­bildung. Sie ist ein Beispiel für die intui­tive Anzie­hungs­kraft, die eine gra­fisch illust­rierte Typo­logie mit neun Typen ausübt.

 

Enneastar als Typologie fuer Diskussionen

Kelber gab in einer späteren, erwei­terten Auf­lage zu bedenken, dass die von ihr bekannt gemachten Tier­figuren nicht mit "Charakter­typen" ver­wechselt werden sollten (Kelber 1977, 139).

 

Trotz­dem kann man das Gesprächs­ver­halten einer Person kaum von ihrem Typ abkoppeln. Die Tier­figuren lassen sich denn auch relativ leicht den Enneastar-Typen zuordnen, vor allem wenn man sich an die ursprüng­lichen Titel (und Tiere) von Kelber hält.

 

Die Positionen der Tiere in der von Kelber bekannt gemachten Grafik ist im Lichte von Enneastar bemerkenswert.

  • Die defensiven Typen Vermittler, Skeptiker und Beobachter sind im Mittelfeld der Diskussions­runde inte­griert. Damit ist deren Inklusion sicher­gestellt.
  • Der Vermittler ist – wie im Ennea­gramm – in der (oberen) Mitte. Seine besänfti­genden Fähig­keiten kommen damit bestens zur Geltung.
  • Vermittler werden in der Gruppe oft über­sehen. So auch in einer späteren Abwand­lung dieser Grafik, welche den Schüch­ternen ersatzlos streicht (Markworth).

 

Wir behaupten nicht, dass die ursprüng­liche Grafik der deutschen Schüler­ver­tre­tungen auf das Ennea­gramm zurück­geht. Das ist unwahr­schein­lich, da das Ennea­gramm erst in den 1970er-Jahren einer breiteren Öffent­lich­keit bekannt wurde. Die Tier­grafik hin­gegen geht minde­stens auf das Jahr 1958 (Erst­auflage von Kelber) zurück und ist damit älter als das typen­psycho­lo­gische Ennea­gramm. Obwohl das Original der Tier­grafik kaum mehr auf­findbar sein wird, erbringt die Geschichte dieser Grafik den Beweis,

  • dass sich das kommuni­kative – und (dadurch implizit auch) das soziale – Ver­halten von Menschen intuitiv in neun Kategorien ein­ordnen lässt
  • und dass eine solche Katalogi­sierung eine grosse Anziehungs­kraft aus­übt, wenn sie bild­lich-symbo­lisch dar­gestellt und kommu­ni­ziert wird.
  • Letzteres zeigt sich dadurch, dass die Tier­grafik schon seit über 60 Jahren in der Erwach­senen­bildung-Literatur "herum­geistert".

 

 

Belbin-Teamrollen
Belbin-Teamrollen 2008/13

Meredith Belbin: 9 Teamrollen

Meredith Belbin arbeitete am Henley Management College (nach der Fusion mit der University of Reading: Henley Business School) in England. Dort unter­suchte er zuerst mit einem Management Game bzw. Executive Management Exercise (EME), später mit einem Teamo­poly die Inter­aktion und den Out­come von Teams. Der EME bestand aus Teams von 6 Personen, das Teamo­poly aus Teams von 4 Personen (Belbin 2010/13, 2-7).

 

Durch die Untersuchung von Erfolg/Miss­erfolg der ver­schie­denen Teams fand Belbin und sein Team heraus, dass es kon­struk­tive, von einander zu unter­schei­dende Team­rollen gibt. Und sie reali­sierten, dass diese Team­rollen sich ergänzen können. Es gelang ihnen sogar, den Erfolg oder Miss­erfolg eines Teams anhand dessen Team­rollen-Konstel­lation "vorauszuahnen".

Belbin ent­deckte zuerst 8 Team­rollen: Co-ordinator (früher: Chairman), Resource investigator, Monitor Evaluator, Completer Finischer, Plant, Implementer (früher: Company Worker), Shaper, Teamworker. Später kam noch eine neunte Teamrolle dazu (siehe obiges Bild).

 

Meredith Belbin entdeckte 1991 eine neunte Teamrolle - Specialist
Belbin 1981/93

Seine Erkenntnisse ver­öffent­lichte Meredith Belbin zum ersten Mal 1981 in seinem ersten Buch Manage­ment Teams – Why They Succeed or Fail. In diesem Buch, wie auch in jeder der vielen weiteren Auflagen bis zum Jahr 2000, hatte es jeweils einen Team­rollen-Test bzw. A self-perception inventory. Nicht so in der Third Edition von 2010/13. Inzwischen wurde der Test näm­lich nur noch online und kosten­pflichtig ange­boten. Dafür bezieht er sich neu auf neun Teamrollen.

 

In der Zusammen­arbeit mit IBM (Europa) stiess Belbin 1991 – durch die prakti­sche Umse­tzung seiner Team­rollen-Theorie in der Wirtschaft – auf eine neunte Team­rolle: Specialist (Belbin 1993/2010, 23). In der Auf­lage von 1981/93 wird mit einer Author's Note darauf hin­ge­wiesen (siehe Bild). Ausser­dem ent­hält der Online-Test eine zehnte "gefakte" Team­rolle, die unrea­li­sti­sches Wunsch­denken auf­decken bzw. filtern soll.

 

Zuordnung von Belbins Teamrollen zu den Enneagramm-Typen - in der Reihenfolge von Enneastar

Belbin geht davon aus, dass jeder Mensch eine natür­liche Team­rolle hat. In dieser Rolle ist er "zuhause" und kann sich damit in Teams optimal ein­bringen. Danach kommt die sekun­däre bzw. zweit­stärkste Rolle, danach mit der dritt­stärksten die tertiäre Rolle, usw.

 

Das Erstaunliche an Belbins Erkennt­nissen liegt nun darin, dass Belbin völlig unab­hängig vom Ennea­gramm neun Team­rollen ent­deckte. Wenn Belbin diese auch nicht als Persön­lich­keits­typen defi­niert, so ist trotz­dem klar, dass diese Team­rollen von der Persön­lich­keit eines Menschen nicht zu trennen sind.

 

Belbins Theorie basiert zwar auf wissen­schaft­lichen Methoden, kann aber (wie das Ennea­gramm) nicht wissen­schaft­lich bewiesen werden. Nichts­desto­trotz ist die Belbin Team Roles Theory ein Beweis, dass sich das inter­aktive Ver­halten von Menschen in neun Team­rollen bzw. Typen ein­ordnen lässt und dass eine solche Theorie viele Menschen fasziniert.

 

Enneastar ver­schmelzt das Ennea­gramm mit der Belbin Team Roles Theory, indem wir Belbins neun Team­rollen den neun Ennea­gramm­typen zuordnen (siehe Grafik). Diese Ver­schmelzung ver­ändert die Ennea­gramm-Typen nicht grund­legend, wie ein Ver­gleich mit dem Buch Typisch! So ver­stehen Sie Ihre Chefs und Kollegen mit dem Ennea­gramm zeigt (May, 206). Viel­mehr wird damit die Team­arbeit ins Zentrum gerückt. Damit bietet Enneastar einen prak­tischen Nutzen für die Zusammen­arbeit von ver­schie­denen Personen. Dieser Ansatz ist aber auch für Ehe­paare und Familien intere­ssant, um Inter­aktion und Zusammen­leben zu reflek­tieren und besser zu verstehen.

 

 

Enneastar ist eine Synthese von Enneagramm und der Belbin Team Roles Theory

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar über­nimmt die neun Typen des Ennea­gramms und ver­bindet diese mit den neun Team­rollen von Meredith Belbin, der soge­nannten Belbin Team Roles Theory.

 

Dadurch rückt das Team­verhalten der ein­zelnen Typen in den Fokus. Aus­flüge in die Tiefen­psycho­logie hin­gegen bleiben aus.

 

Belbins Bücher bilden die Grund­lage für ein ganzes Kapitel des Enneastar-Grundkurses.

 

 

 

1.4  Ennea­gramm: Psycho­logie

Claudio Naranjo (Abwehr­mechanismen, Persön­lich­keits­störungen) – Enneastar

 

Das Ennea­gramm wäre wahr­schein­lich nie welt­bekannt geworden, wenn es nicht vom aus Chile stam­menden US-ameri­kani­schen Psychiater Claudio Naranjo mit Persön­lichkeits­störungen in Ver­bindung gebracht worden wäre.

»Freilich konnte das Ennea­gramm erst populär werden, nach­dem es durch Ichazos Schüler Claudio Naranjo, einem chileni­schen Psychiater, eine gründ­liche Über­arbei­tung erfuhr und mit Erkennt­nissen der modernen Psycho­logie ver­bunden wurde. So hat Naranjo die im Diagnosti­schen und Statisti­schen Manual (DSM) vor­liegende Kategori­sierung psychi­scher Stö­rungen ver­wendet, um die Charakteri­sierungen Ichazos zu präzi­sieren. Ferner hat er jedem Typ einen jeweils bevor­zugten Abwehr­mecha­nis­mus zuge­ordnet.« (Bartels, 45)

 

Naranjos "Verpsychologisierung" des Ennea­gramms kam bei Ichazo nicht besonders gut an. Dieser warf ihm "messia­nische Züge" vor und schloss ihn mittels einer Abstim­mung aus seiner "Arica-Schule" aus. Offizielle Begründung: »The main reason being that he could not drop his 'messianic' attitude that was felt as very individualistic and egocentric.« (Ichazo 1991)

Naranjo musste Ichazos Schule in Arica (Chile) also vor­zeitig ver­lassen. Seine Typen­psycho­logie aber beein­flusste die Ennea­gramm-Ent­wick­lung nach­haltig. Alle wich­tigen Ennea­gramm-Lehrer(innen) können letzt­lich auf die von ihm 1972 gegründete SAT-Schule ("Seekers after Truth") zurück­ge­führt werden (vgl. Naranjo 2017, 29).

 

Bartels führt dann die von Naranjo postu­lierten Abwehr­mecha­nismen auf (Bartels, 45), hier in Enneastar-Reihen­folge auf­gelistet (Zahlen weisen auf die Ennea­gramm-Reihen­folge hin):

  • Helfer-2: Verdrängung
  • Optimist-7: Rationalisierung
  • Skeptiker-6: Projektion
  • Perfektionist-1: Reaktionsbildung
  • Individualist-4: Introjektion (unbewusste Ein­beziehung fremder Anschau­ungen, Motive o. Ä. in das eigene Ich
  • Beobachter-5: Isolierung
  • Macher-3: Identifikation
  • Kämpfer-8: Desensibilisierung (oder: Leugnung; Palmer, 15)
  • Vermittler-9: Betäubung

 

Claudio Naranjo - Charakter und Neurose
Naranjo 2017

Persön­lich­keits­störungen gemäss Naranjos Buch "Charakter und Neurose" (2017), in Enneastar-Reihen­folge (Zahlen weisen auf die Ennea­gramm-Reihen­folge hin):

  • Helfer‑2: Histrionische (thea­trali­sche) Persön­lich­keits­störung, ego­zent­rische Gross­zügig­keit
  • Optimist-7: Narziss­tische (selbst­verliebte) Persön­lich­keits­störung
  • Skeptiker-6: Paranoide (krankhaft miss­trauische) Persön­lich­keits­störung
  • Perfektionist-1: Zwang­hafte Persön­lich­keits­störung
  • Individualist-4: Borderline Persön­lich­keits­störung, masochi­stischer Charakter
  • Beobachter-5: Schizoide (zurück­gezogene) Persön­lich­keits­störung, ver­meidend-selbstunsichere oder para­noide Persön­lich­keits­störung
  • Macher-3: keine wissen­schaft­lich definierte Persön­lich­keits­störung ☺
  • Kämpfer-8: Anti­soziale Persön­lich­keits­störung
  • Vermittler-9: Dependente (abhängige) Persön­lich­keits­störung

 

Die Tatsache, dass den Macher-Typen (Ennea­gramm-Typ 3) keine wissen­schaft­liche Persön­lich­keits­stö­rung zuge­ordnet werden kann, bedeutet noch nicht, dass sie aus psycho­lo­gi­scher Sicht gesund sind. Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist »das domi­nie­rende psychia­tri­sche Klassi­fi­ka­tions­system in den USA« (wiki/DSM-5) und des­halb ein "Kind" seiner Zeit und Kultur. Da der Macher-Typ dem Ideal der ameri­ka­ni­schen Gesell­schaft ent­spricht, ist es nicht ver­wunder­lich, dass ameri­ka­ni­sche Psycho­logen in diesem Typ keine psychi­sche Störung wahr­nehmen (Naranjo, 227). Naranjo ist da aller­dings anderer Meinung:

»Angesichts der Dominanz des eitlen Typus [Macher] in den USA könnte es von Bedeutung sein, dass der Kom­mission, die das DSM ent­warf, das ent­spre­chende Persön­lich­keits­syndrom ent­gangen ist. Zusam­men mit der beträcht­lichen Schwie­rig­keit, die es bereitet, jene Charakter­züge deut­lich heraus­zu­schälen, die in einer Kultur als Ganzes vor­herrs­chen und in ihr allge­mein still­schwei­gende Wert­schätzung erfahren, kann dieses Ver­säum­nis auch als Folge der Tat­sache ver­standen werden, dass Ennea­typ-III-Personen [Macher] typi­scher­weise mit sich selbst zufrieden sind. Denn ihr psycho­lo­gi­scher Irrtum besteht im Kern aus einer Ver­wechs­lung des Selbst­bild, das sie ver­kaufen (und das andere ihnen abkaufen) mit dem, was sie in Wirk­lich­keit sind.« (Naranjo, 227)

 

Obwohl die Ennea­gramm-Typen – mit Aus­nahme des Machers – mit wissen­schaft­lichen Persön­lich­keits­stö­rungen in Ver­bin­dung gebracht werden, ist das Ennea­gramm des­wegen noch kein wissen­schaft­liches Konzept:

»Die Psycho­logie des Ennea­gramms ist weis­heit­licher Natur. Ichazos Typen­beschrei­bungen basieren nicht auf metho­disch kontrol­lierter oder gar empi­rischer Forschung, sondern auf der intui­tiven Menschen­kenntnis des charis­mati­schen Beo­bachters. [...] Auch wenn dann durch Ichazos Schüler Naranjo wissen­schaft­liche Elemente [...] in das System ein­flossen, bleibt die Grund­lage doch eine weis­heit­liche. Alle Ver­suche einer nachträg­lichen wissen­schaft­lichen Vali­dierung ändern daran nichts.« (Bartels, 71)

 

 

Enneastar richtet sich auf die biblische Geistesfrucht aus

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar über­nimmt Naranjos Typen­psycho­logie, inte­griert diese aber in ein anderes Konzept.

 

Kern dieses Konzepts ist die bib­li­sche Geistes­frucht, auf die alle Typen aus­ge­richtet werden.

 

 

 

1.5  Ennea­gramm: Anthropo­logie

Gurdjieff – Gurdjieff/Ouspensky – Ichazo – Palmer – Beesing/Nogosek/O'Leary – Rohr/Ebert – Enneastar

 

Das Enneagramm ordnet die neun Typen drei Bereichen zu, die für domi­nie­rende Energien stehen. Diese Drei­teilung kennen alle Ennea­gramm-Bücher, wenn sie zuweilen auch ver­schieden benannt werden.

Die Dreiteilung des Menschen hat eine lange Geschichte und ist auch im Neuen Testa­ment der Bibel zu finden (1 Thess 5,23): "Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und voll­ständig möge euer Geist und Seele und Leib unta­delig bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus."

Diese Dreiteilung braucht uns nicht zu wundern. Wenn der drei­einige Gott (Gott-Vater, Gott-Sohn, Heiliger Geist) den Menschen nach seinem Eben­bild geschaffen hat (1 Mose 1,26-27), ist es nicht erstaun­lich, wenn dieser Mensch eben­falls eine Form (oder: Formen) von "Drei­einig­keit" (Tricho­tomie) aufweist.

 

Die Dreiteilung im Ennea­gramm geht auf Gurdjieff zurück, der seine Anthro­po­logie aller­dings nicht mit seiner geome­trischen Figur ver­bindet. Erst Ichazo ver­eint das gurdjieff­sche Ennea­gramm mit der gurdjieff­schen Anthro­po­logie und ent­wickelt aus beiden die Typo­logie, welche die Grund­lage für Naranjos Typen­psycho­logie bildet, die wir heute als das (psycho­lo­gische) Ennea­gramm kennen.

Gurdjieffs und Ichazos Drei­teilung weichen von der Drei­teilung der Bibel vor allem im Bereich Geist (Bibel) und Intellekt (Gurdjieff-Ichazo) ab. Die Bibel ver­steht unter Geist das unsicht­bare Herz als spirituelles Organ. Dieses gilt als das wich­tigste Organ über­haupt: "Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm ent­springt die Quelle des Lebens." (Spr 4,23) Den Intellekt ordnet die Bibel der Seele zu.

 

Mit der Betonung des Intellekts ent­sprechen Gurdjieff und Ichazo auch heute noch dem Zeit­geist. Sie beziehen sich aller­dings nicht auf die heutige Wissen­schafts­gläubig­keit (Szientismus), sondern auf ein (angeb­liches) Geheim­wissen. Insbeson­dere Ichazo wollte seine Lehre geheim halten und belegte sie mit einer Schweige­pflicht. Er ging sogar gericht­lich gegen die Veröffent­lichung des Ennea­gramms (durch Helen Palmer) vor, unter­lag aber in erster und zweiter Instanz (Justia US Law 1991+1992).

 

Die römisch-katholische Kirche katalo­gisiert das Ennea­gramm als gnosti­sche Bewegung, die nicht der bibli­schen Lehre ent­spricht (Vatikan 1984). Erlösung über Geheim­wissen ist tat­säch­lich ein Haupt­merk­mal der Gnosis, welche auf Wiki­pedia wie folgt defi­niert wird: »Wissen um gött­liche Geheim­nisse, das einer Elite vor­be­halten ist.« (wiki/Gnosis)

Das angebliche Geheim­wissen wurde schliess­lich doch ver­öffent­licht. Und es ist – zumindest im Bereich der philo­so­phischen Anthro­po­logie – ziem­lich kompli­ziert. Enneastar ist viel ein­facher auf­gebaut. Man kann sich die folgende Ver­tiefung in die Anthro­po­logie des Ennea­gramms also auch gerne schenken, zumal sie auch in vielen Ennea­gramm­büchern nur ange­deutet wird. Doch wieso ein­fach, wenn es auch kompli­ziert geht? Für alle, die es kompliziert mögen: Vor­hang auf für die verschie­denen Zentren! ☺

 

 

Anthropologie von Gurdjieff
Ouspensky 1950/2014, 77

Gurdjieff: 3 Stockwerke/Gehirne, 4 Zimmer/Zentren

Gurdjieff kannte eine Drei­teilung des Menschen (Taylor, 8) in drei Stock­werke. Jedem Stock­werk wird ein Zentrum zuge­ordnet, dem unter­sten deren zwei.

»Wir werden heute mit einer mehr in Einzel­heiten gehenden Prüfung der Zentren beginnen. Hier das Dia­gramm der vier Zentren [siehe Grafik]: Dieses Dia­gramm zeigt einen stehenden Menschen im Profil, der nach links schaut; es deutet die jewei­lige Stellung der Zentren in ganz schema­tischer Weise an. In Wirk­lich­keit bewohnt jedes Zentrum den ganzen Körper und durch­dringt sozu­sagen den ganzen Organismus. Gleich­zeitig besitzt jedes Zentrum, was man seinen "Schwer­punkt" nennt. Der Schwer­punkt des intellek­tuellen Zentrums befindet sich im Gehirn; der Schwer­punkt des Gefühls­zentrums im Solar-Plexus, die Schwer­punkte der Bewegung und des Instinkts im Rücken­mark.« (Ouspensky 1950/2014, 77-78)

 

Für Gurdjieff stehen die drei Stock­werke auch für drei religiöse Systeme. Der erste Stock (Körper) steht für den Fakir, der zweite Stock für den Mönch, der dritte für den Yogi. Gurdjieff lehrt dann einen vierten Weg. Dieser Begriff wurde zum Inbegriff für seine Lehre. Der vierte Weg zeigt sich darin, dass ein schlauer Mensch gleich­zeitig an allen drei Stock­werken arbeiten kann – ohne (unnötige) religiöse Hingabe.

Gurdjieff spricht auch von Zimmern und meint damit die Zentren, die sich auf die drei Stock­werke ver­teilen. Er erwähnt ein viertes Zimmer, das nur vom schlauen Mensch richtig benutzt werden kann. Dieses steht für das instinktive Zentrum, welches Ichazo später in ein niederes und höheres unter­teilen wird.

»Somit berührt der vierte Weg alle Seiten des mensch­lichen Wesens gleich­zeitig. Er ist Arbeit an allen drei Zimmern auf einmal. Der Fakir arbeitet im ersten Zimmer, der Mönch im zweiten, der Yogi im dritten. Wenn sie das vierte Zimmer erreichen, lassen Fakir, Mönch und Yogi viel Unfer­tiges hinter sich zurück, und sie können das Erreichte nicht anwenden, weil sie nicht Herr aller ihrer Funktionen sind. Der Fakir ist Herr seines Körpers, nicht aber seines Gefühls und seines Denkens; der Mönch ist Herr seines Gefühls, nicht aber seines Körpers und seiner Denk­fähig­keit; der Yogi ist Herr seines Denkens, nicht aber seines Körpers und seines Gefühls.« (Ouspensky 1949/2010, 70)

 

Der von Gurdjieff propagierte schlaue Mensch kennt "Abkür­zungen" bzw. "Tricks", wie zum Beispiel eine gewisse Pille. Damit zeigt sich der vierte Weg grund­sätz­lich auch für Drogen empfäng­lich. In Gurdjieffs Fall war es vor allem der Alkohol.

»Ein Mensch, der den vierten Weg geht, weiss ganz genau, was für Stoffe er für sein Ziel benötigt, und er weiss, dass diese Sub­stanz im Körper durch einen Monat physi­schen Leidens hervor­gerufen werden kann, durch eine Woche emotio­naler Anstren­gung oder einen Tag geistiger Übungen – und auch, dass sie von aussen in den Organis­mus ein­ge­führt werden kann, wenn man weiss, wie man dies tut. Und so, anstatt einen Tag mit geistigen Übungen zu ver­bringen wie der Yogi, eine Woche im Gebet wie der Mönch, oder einen Monat in Selbst­folterung wie der Fakir, bereitet er sich einfach eine gewisse Pille, die alles, was er will, ent­hält, und auf diese Weise erhält er ohne Zeit­verlust das gewünschte Ergebnis.« (Ouspensky 1949/2010, 72)

 

Wie der schlaue Mensch zum vierten Weg gekommen ist – ob über Bücher oder geistigen Dieb­stahl (Plagiat) – spielt für Gurdjieff keine Rolle. Damit wird ein weiteres Kenn­zeichen des vierten Weges ange­deutet: die Bedeutungs­losig­keit der Inspirations­quelle. Diese Botschaft könnte auch als Frei­pass für Plagiat ver­standen werden. Hat Ichazo vielleicht deshalb nie zuge­geben, dass viele seiner Ideen auf Gurdjieff und dessen Schüler zurück­gehen?

»Der vierte Weg wird manch­mal auch der Weg der schlauen Menschen genannt. Der 'schlaue Mensch' kennt einige Geheim­nisse, die Fakir, Mönch und Yogi nicht kennen. Wie der 'schlaue Mensch' das Geheimnis lernte – das ist nicht bekannt. Viel­leicht fand er es in alten Büchern, viel­leicht hat er es geerbt, viel­leicht hat er es gekauft, viel­leicht stahl er es von irgend jemandem. Es macht keinen Unter­schied. Der 'schlaue Mensch' kennt das Geheimnis, und mit seiner Hilfe sticht er Fakir, Mönch und Yogi aus.« (Ouspensky 1949/2010, 71)

 

Gurdjieff 1919 - Enneagramm mit Symbolen aus der biblischen Offenbarung-Apokalypse

Die vier Zentren werden in einer Gurdjieff-Broschüre mit den vier Tieren der bibli­schen Offen­barung (Offb 4,6ff.) dar­gestellt. Gezeichnet wurde diese Grafik von Alexandre de Salz­mann (salzmann) in Tiflis, 1919 (De Hart­mann, 140). »In dieser Zeich­nung wurden inner­halb des Ennea­gramms die vier Tiere der Apo­kalypse dar­ge­stellt: der Stier, der Löwe, der Mensch und der Adler – und mit ihnen eine Taube. Diese zusätz­liche Symbole bezogen sich auf die "Zentren".« (Ouspensky 1949/2010, 434)

 

Gurdjieff kam 1924 durch einen Auto-Unfall fast ums Leben. Nach diesem Ereignis schloss er sein Institute for Harmo­nious Develop­ment of Man und betätigte sich fortan vor allem als Schrift­steller (Gurdjieff 1950/99, i). Er scharrte aber weiter­hin Schüler um sich, von denen er insbe­sondere auch finan­ziellen Support erwar­tete (vgl. Taylor). In seinem ersten Buch Beel­zebub's Tales to His Grandson wird der Mensch jeweils als »three-brained beings« umschrieben (z.B. Gurdjieff 1950/99, 313). Die drei Stock­werke wurden also zu drei Gehirne.

 

 

7 Zentren nach Gurdjieff und Ouspensky

Gurdjieff/Ouspensky: 3 Gehirne, 7 Zentren

Kathleen Riordan schreibt 1975, Gurdjieff habe nicht nur vier, sondern sieben Zentren gelehrt (Riordan, 297). Bereits Michel Wald­berg stellte 1973 in seinem französi­schen Buch über Gurdjieff in einer Grafik sieben Zentren dar (Wald­berg, 112). Gurdjieff scheint also sein obiges Zentren-Modell weiter ent­wickelt zu haben. Gut mög­lich, dass dieses Modell aber auch erst durch den Gurdjieff-Schüler Ouspensky erweitert wurde. Dessen Sekretärin schreibt: »according to Ouspensky, people [...] have within them a Higher Intellectual Centre and a Higher Emotional Centre« (Seton, 5).

 

Riordan war eine Mit­arbeiterin von Claudio Naranjo und wir können davon aus­gehen, dass auch Naranjo dieses Sieben-Zentren Modell kennt.

 

 

Zentren-Modell von Oscar Ichazo

Ichazo: 3 Bereiche, 7 Zentren (4 + 3 Subzentren) + Reiner Instinkt

Claudio Naranjo greift nicht direkt auf Gurdjieffs Modell zurück. Er bezieht sich statt­dessen auf das spätere Zentren-Modell von Oscar Ichazo (Naranjo 1990/2004, 5). Dessen Modell ist mit Gurdjieffs weit­gehend iden­tisch. Doch Ichazo fügt noch ein weiteres Element hinzu: Reiner Instinkt (Naranjo 2017, 49). Ansonsten unter­scheidet auch er zwischen Essenz und Persön­lich­keit und erweist sich damit als Gurdjieff-Schüler (Walker 1957, 86-87).

Für Naranjo sind Essenz und Persön­lich­keit die grund­legend­sten Begriffe des Ennea­gramms – ganz nach Gurdjieff und Ichazo: »The broadest distinction in this body of Fourth Way psycho­logy that I seek to out­line is one between what Gurdjieff called "essence" and what he called "personality" – between the real being and the conditioned being with which we ordinarily identify. Where Gurdjieff spoke of personality, Ichazo spoke of ego – more in line with recent usage« (Naranjo 1990/2004, 2).

 

Beesing/Nogosek/O'Leary ver­öffent­lichen 1984 das erste Buch über das Ennea­gramm und teilen die instiktive Ebene in Trost und Miss­trost auf (siehe weiter unten). Ihr Trost könnte sich auf den Reinen Instinkt von Ichazo beziehen.

 

 

Palmer - vereinfachte grafische Darstellung von Ichazos Anthropologie

Palmer: 3 Gehirne, 7 Zentren (4 + 3 Subzentren)

Helen Palmer war Naranjos Schülerin (Naranjo 2017, 29). Sie greift mit ihrem Modell aber nicht auf Naranjo zurück, sondern orientiert sich an Gurdjieffs Schema, in das sie dann Ichazos Ennea­gramm-Typo­logie inte­griert. Damit schafft sie die erste systema­tische Dar­stellung von Ichazos Ennea­gramm-Lehre, deren Zentren sie mit Gurdjieffs Begriffen beschriftet (Palmer, 50; siehe Grafik):

  • Mentales Zentrum / Ideen des höheren mentalen Zentrums
  • Emotionales Zentrum / Tugenden des höheren emo­tionalen Zentrums
  • dreiteilige instinktive Ebene: sexuell, sozial, selbst­erhaltend

 

Palmer bezieht sich grund­sätz­lich auf das Buch Trans­personal Psycho­logies. Zumindest für ihr Schema über­nimmt sie aller­dings nicht die darin ver­öffent­lichten Begriffe von Ichazo (Lilly/Hart, 333-349):

  • Ego Fixation + Traps / Ideas
  • Passions / Virtues
  • Social Relationships: Syntony, Social, Conservation

 

Man sollte die Bedeutung von Palmers Über­sicht (Schema) über die verschie­denen Zentren nicht unter­schätzen. Dadurch wird es mög­lich, Ennea­gramm-Bücher systema­tisch zu analysieren und einzu­ordnen.

 

Eine solche Analyse zeigt schnell, dass Ichazos Begriffe von verschie­denen Ennea­gramm-Autoren verschieden über­nommen, benennt und gedeutet werden (vgl. Bartels, 55). Das liegt an der Materie selbst. So ordnet Ichazo dem mentalen Zentrum sowohl Ego Fixation wie auch Traps zu. Palmer beschränkt sich in ihrer verein­fachten Dar­stellung auf die Ego Fixation, andere entscheiden sich für die Traps (Beesing/Nogosek/O'Leary, 180).

 

 

Beesing-Nogosek-O_Leary - Farben der Enneagramm-Typen

Beesing/Nogosek/O'Leary: 3 Bereiche, 4 Zentren + Trost/Misstrost

1984 wagen drei christ­liche Ordens­leute (USA) mit ihrem Buch "the ennea­gram – a journey of self discovery" eine erste Ver­öffent­lichung des Ennea­gramms als Typen­psycho­logie. Sie igno­rieren damit die von Ichazo auf­er­legte Geheim­halte­pflicht. Und sie führen für die instinktive Ebene eine neue Termino­logie ein, indem sie – inspiriert von St. Ignatius (Beesing/Nogosek/O'Leary, 200) – von Trost und Miss­trost sprechen. In diesem Zusam­men­hang defi­nieren sie die Ver­bindungs­linien als Pfeile und ermu­tigen, diese in Richtung Trost anzu­visieren (Beesing/Nogosek/O'Leary, 203-204). Sie ordnen jedem Typ eine passende Farbe zu (siehe Grafik). Ihr Buch hat einen grossen Einfluss auf die weitere Ent­wicklung des Enneagramms.

 

 

Rohr/Ebert: 3 Bereiche, 7 Zentren (4 + 3 Subzentren) + Trost/Misstrost

Richard Rohr (Franzis­kaner-Pater) und Andreas Ebert (evange­lischer Pfarrer) haben mit ihrem Buch Das Ennea­gramm – Die 9 Gesichter der Seele (1989) einen Best­seller geschrieben. Sie sind originell (Bartels, 92), aber auch etwas kompliziert. Mit ihrer christ­lichen Termino­logie haben Rohr/Ebert das Ennea­gramm sozu­sagen "getauft" (Rohr/Ebert, 12-13) und damit auch für viele christ­liche Kreise interessant gemacht.

  • Rohr/Ebert gebrauchen den Begriff Falle nicht für Ichazos Traps, sondern für dessen Ego Fixation.
  • Ichazos Ideas nennen sie Ein­ladung (Beru­fung).
  • Passions definieren sie als Wurzel­sünde,
  • Virtues als Geistes­frucht.
  • Für die Subtypen gebrauchen sie die Begriffe sexuell, sozial und selbst­erhaltend (Rohr/Ebert, 237-247).
  • In einer inhalt­lichen Ver­tiefung sprechen sie unter anderem auch von Versu­chung, die stark an Ichazos Traps erinnert (Rohr/Ebert, 252).
  • Ihre Zuteilung der Sub­typen auf die drei Bereiche Bauch (sexuell), Herz (sozial) und Kopf (selbst­erhaltend) ist insofern kompli­ziert (Rohr/Ebert, 53), weil jeder Typ dann noch ein­mal für sich in diese Sub­typen klassi­fiziert werden kann. »Auf diese Weise ent­stehen insge­samt 27 Unter­typen.« (Rohr/Ebert, 241) Da der Typ 6 zusätz­lich in einen phobi­schen (furcht­samen) und kontra­phobischen unter­teilt wird (Rohr/Ebert, 165), sind es dann eigent­lich 28 Untertypen.
  • Schiesslich sprechen sie im Zusammen­hang mit den Pfeilen auch von Trost und Miss­trost (Rohr/Ebert, 256).

 

Übrigens: Nach 1995 zog sich Richard Rohr von der Ennea­gramm-Welt zurück, »unter dem Ein­druck immer stärkerer Vermark­tung und auf­grund immer deut­licher zutage tretender Differ­enzen zum esote­rischen 'Flügel' der Ennea­gramm-Bewe­gung«. Er distan­zierte sich aber nie von seinen früheren Vorträgen und Schriften (Bartels, 90-91).

 

 

Begriffswirrwarr: 3 Bereiche => 3 Zentren

Wenn auch Gurdjieffs bzw. Ichazos Zentren zum Teil verschieden inter­pretiert werden, so kennen doch alle Ennea­gramm-Bücher die grund­sätz­liche Unter­scheidung von drei Ebene bzw. Bereiche (Triaden-Theorie; Bartels, 48), die ihrer­seits wiederum Zentren genannt werden (Beesing/Nogosek/O'Leary, 145; Rohr/Ebert, 53) – vielleicht um der begriff­lichen Ver­wirrung noch eins oben drauf zu geben. ☺

 

 

Enneastar - Einteilung in drei Impulse-Gruppen

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar begibt sich nicht in die philo­so­phi­sche, sondern höch­stens in die theo­logi­sche Anthro­po­logie. Der Fokus liegt aber eher auf der Team­dynamik. Die Typen werden in drei Impulse-Gruppen unterteilt.

 

Die Impulse-Gruppe Gruppe beschreibt Men­schen, die sich in der Gemein­schaft von Gruppen erholen.

 

Die Impulse-Gruppe Details steht für Menschen, die viele Details wahr­nehmen und denen (kreative) Details wichtig sind.

 

Die Impulse-Gruppe Intuition bezeichnet Men­schen, die "aus dem Bauch" heraus ent­scheiden und handeln.

 

Enneastar - Einteilung in vier Teamrollen-Kategorien

Enneastar kennt auch eine Vier­tei­lung in Team­rollen-Kate­go­rien, die – inspi­riert durch Gurdjieff – mit den vier Tieren der bibli­schen Offen­barung illustriert werden.

 

Die Zuord­nung dieser Tiere ver­steht Enneastar nicht als Aus­legung der dahinter stehenden Bibel­stelle (Offb 4,6ff). Die Tiere illust­rieren ledig­lich die Stärke der ent­sprechenden Team­rollen-Kate­go­rien. Aber wer weiss, viel­leicht beschrei­ben diese Tiere in der Offen­ba­rung ja eben­falls eine Team­arbeit, näm­lich die gött­lich-perfekte Inter­aktion des drei­einigen Gottes?

 

 

 

 

 

 


2.  Die Herkunfts­geschichten erweisen sich als "heisse Luft"


 

 

2.1  Ennea­gramm: Legenden

Enneagramm-Typologie: 500 Jahre alt – oder doch nur 50?

 

Über die Herkunft des Ennea­gramms erzählt man sich viele Geschichten. Manche meinen, es gehe zurück bis auf die Antike. Auf jeden Fall aber sei die Geheim­lehre über eine geheim­nis­volle Sufi-Bruder­schaft in unsere moderne Welt hinein­gekommen.

 

Die Lehre einer geheim­nis­vollen Her­kunft ist durch­aus gewollt. Sowohl Gurdjieff (Ennea­gramm als geo­me­tri­sche Figur) wie auch Ichazo (Ennea­gramm als Typen­lehre) kleideten nicht nur die Her­kunft des Ennea­gramms in geheim­nis­volle Legenden, sondern auch ihre Bio­gra­phien. Spätere Ennea­gramm-Begei­sterte bedienten sich bei diesen Legenden nur allzu gerne und zeigten wenig Inte­resse an nüch­ternen Fakten. So klagt bereits James Webb (1980): »Research into the sources of Gurdjieff's System has been going on ever since he arrived in the West, but very little has been published that is not delibe­rately mis­leading.« (Webb, 499-500)

 

Wer sich durch das Geflecht des Geheim­nis­vollen und Wider­sprüch­lichen durch­arbeitet, wird schliess­lich fest­stellen: Zumin­dest das Ennea­gramm als Typen­psycho­logie ist nur ein paar Jahr­zehnte alt.

 

Zu diesem Schluss kommt auch Johannes Bartels (2005), der eine nüch­terne und fundierte Disser­tation über das Ennea­gramm geschrieben hat ("mitten in die Seele hinein"):

  • »Egal wie alt die Ennea­gramm-Figur tat­säch­lich ist – fest steht jeden­falls, dass die Typo­logie höch­stens fünf­zig Jahre alt ist.« (Bartels, 60)
  • »Es fragt sich, wes­halb sich die These vom hohen Alter des Ennea­gramms als Typo­logie so hart­näckig hält und bis heute immer wieder repro­du­ziert wird. Offen­bar soll das Modell durch die lange Tradi­tion legiti­miert und die man­gelnde wissen­schaft­liche Fundie­rung damit aus­geg­li­chen werden. Dabei wird die ver­meint­liche Ver­an­kerung des Ennea­gramms in alten spiri­tuellen Tradi­tionen einer wissen­schaft­lichen Legiti­ma­tion gegen­über sogar als über­legen ange­sehen.« (Bartels, 69-70)

Schauen wir uns die Quellen doch etwas näher an:

 

 

 

2.2  Ennea­gramm: Gurdjieffs Legende

Ursprung: Sarmoung-Bruderschaft – oder doch eigene Erfindung?

Gurdjieffs Geburtsort Alexandropol und erstes Wirken in Tiflis

Georges I. Gurdjieff (1866-1949) sagte nie, woher er das Ennea­gramm-Symbol hatte (siehe Grafik weiter unten). Grund­sätz­lich behauptete er, dass er seine Lehren – zumin­dest zum Teil – von einer sagen­um­wo­benen »brother­hood by the name of Sarmoung, of which the chief mona­stery is  some­where in the heart of Asia« hatte (Gurdjieff 1969/74, 148).

 

Gut möglich, dass Gurdjieffs Herkunft¹ und erstes Wirken² – beides an der Schwelle zwischen Europa und Asien (siehe Landkarten) – die Wirkung seiner ungewöhn­lichen Legenden begünstigte.

 

  ¹ damals: Alexandropol, Russland – heute: Gjumri, oder: Gyumri, Armenien

  ² damals: Tiflis, Russland – heute: Tbilissi, oder: T'bilisi, Georgien (wiki/Georges_I._Gurdjieff)

 

In Enneagramm-Büchern wird auf die "Sarmoung-Bruderschaft" all­ge­meinen als ein "Sufi-Kloster" ver­wiesen. Kenneth Walker (1882-1966), ein Schüler Gurdjieffs, geht aller­dings von einem »Essene mona­stery« aus (Walker 1952, 202), das er »in the mountai­nous regions of Turkestan« lokali­sierte (Walker 1952, 209-211).

Die Essener waren eine jü­dische Sekte, auf die Flavius Josephus (38-100 n.Chr.) hin­ge­wiesen und deren Schriften man in Israel (Qumran, 1947-1956) gefunden hat (Schick, 31).

 

Enneagramm Gurdjieff-Ouspensky 1949_2010
Ouspensky 1949/2010, 421

Wenn man bedenkt, dass der eine Mönch im von Gurdjieff erwähnten Kloster angeb­lich 275 Jahre alt gewesen sei (Gurdjieff 1969/74, 161), ist es schwer vor­stell­bar, dass es einen solchen Ort je gab. Gurdjieff wurde nach eige­nen Angaben mit abge­deckten Augen dorthin geführt. Dar­über hinaus musste er schwören, dass er niemandem den Ort ver­raten würde. Es sei fast unmög­lich, den Weg dort­hin zu finden (Gurdjieff 1969/74, 148-152). – Es braucht schon ein kind­liches Ver­trauen in Gurdjieff als Person, um sich einen solchen Ort als real vorzustellen.

 

Ein Freund von Kenneth Walker, eben­falls ein Gurdjieff-Schüler, denkt nach Gurdjieffs Tod laut dar­über nach, ob Gurdjieff dieses Kloster viel­leicht nur erfunden habe, sozu­sagen als litera­rische Figur. »"It's only a guess," he said, "and we can't even be sure that the world brother­hood he writes about actually exists. Some of the journeys he describes and the people he meets were probably only literary devices by means of which certain ideas could be given. [...]« (Walker 1952, 209-211)

 

Gurdjieff selbst tat nicht viel, um den Ursprung seiner Lehren zu klären. Im Gegen­teil: »Concer­ning its origin, very little can be stated, for Gurdjieff was delibe­rately vague when­ever he was questioned on this subject.« (Walker 1952, 201; vgl. Smith, 240)

 

Es gibt aller­dings tat­säch­lich einen Sufi-Orden namens Naqsh­bandi, der für sich den Ursprung des Ennea­gramms rekla­miert (van Stijn, 254) und auf ihrer Home­page einen Besuch des Russen Gurdjieff erwähnt (naqshbandi.org). Diese Werbe­botschaft scheint jedoch nicht die gewünschte Wirkung auf die Ennea­gramm-Welt zu ent­falten – mich einge­schlossen. Man fragt sich halt: Warum würde ein Orden, der unbe­dingt geheim bleiben will (siehe oben), eine Internet-Seite betreiben und sich darin als Gast­geber von Gurdjieff outen? ☺

 

Taylor weist darauf hin, dass Gurdjieff in späteren Jahren, in Frank­reich, nicht mehr im Namen einer esote­ri­schen Tradition sprach, sondern sich selbst als Quelle einer neuen Erkenntnis ver­stand. Trotz­dem blieb das Geheim­nis­volle weiter­hin Gurdjieffs "Marketing-Strategie", mit der er auch bekannte und intelli­gente Menschen über Jahre hin­weg hin­halten konnte (Taylor, 122+222). Taylor bezeichnet ihn – keineswegs in böser Absicht – als schlauen Trick­betrüger (Taylor, 231). Schliess­lich aber wandten sich Gurdjieffs bekann­testen Schüler ent­täuscht von ihm ab (Taylor, 223), so auch Ouspensky.

»Ouspensky complained that Gurdjieff's style of teaching in France was markedly different from that which he had care­fully documented in Russia. He no longer spoke as he had in Russia in the name of a brother­hood of seekers and of an esoteric tradition, but spoke in his own name as the repository of a new know­ledge, and this shift in manner alienated Ouspensky, who went on to establish an independent group in England and, during the war, in the United States. It should be recognized that until his death in 1947, Ouspensky had far more pupils than Gurdjieff.« (Taylor, 9)

 

Stammt Gurdjieffs Lehre nun von einer geheimnis­vollen Quelle oder war sie seine eigene Idee? Die Wahr­heit wird wohl irgendwo dazwi­schen liegen. Es liegt nahe anzu­nehmen, dass sich Gurdjieff bei vielen Quellen bediente, um daraus einen neuen, eigenen Mix zu erstellen. Wir nennen das heute "Syn­kre­tismus" (wiki/Synkretismus). Das erklärt auch, wes­halb Gurdjieffs Lehre von ver­schie­denen Personen auf ganz ver­schie­dene Tradi­tionen zurück­geführt wird.

»There is considerable difference of opinion as to the source of Gurdjieff's "system." Some have found Sufi mysticism behind it, others Platonism, Hindu mysticism, Stoicism, Gnosticism, and Esoteric Christianity.« (Taylor, 193)

 

Dass Gurdjieff sehr frei mit geistigem Eigen­tum von Autoren und Gruppen umging, zeigt seine Andeu­tung gegen­über Ouspensky, dass er seine Lehre "gestohlen" habe. Plagiat (Diebstahl von geistigem Eigen­tum) war für ihn kein Delikt, oder besten­falls ein Kavaliersdelikt.

Ouspensky »records a conversation with Gurdjieff in which he asked: "Is the system yours?" "No" ... "From where did you take it?" Gurdjieff replied: "Perhaps, I stole it."« (Taylor, 193; Obwohl Taylors Quellenangabe an dieser Stelle ungenau und nicht nachvollziehbar ist, kann man seine Aussage als Gurdjieff-Kenner trotzdem ernst nehmen.)

 

 

 

 

 

 

2.3  Ennea­gramm: Ichazos Legende

Ursprung: Erzengel – direkte Offenbarung – Sufi-Kloster – geheimnis­voller Mann – wissen­schaft­liche Tatsache – oder doch eigene Erfindung?

 

Enneagramm Oscar Ichazo - John Lilly and Joseph Hart
Ichazo (Lilly/Hart, 338)

Das Ennea­gramm taucht dann unter Oscar Ichazo (*1931) als psycho­lo­gi­sche Typen­lehre auf. Die geo­me­trische Figur hat inzwi­schen eine leichte Ver­ände­rung erfahren. Das innere Drei­eck ist nicht mehr gestrichelt.

 

Ichazo war in geome­trischer Hin­sicht grund­sätz­lich nicht so wähle­risch. Er ge­brauchte nicht nur Gurdjieffs Ennea­gramm, sondern auch andere Symbole, die er "Pytha­go­rean seals" nennt. Was er mit "Chaldean Seal" genau meint, bleibt unklar, da man Gurdjieffs Ennea­gramm bei den Chaldäern ver­geb­lich sucht.

 

»In the Arica system, we use the Pytha­gorean 'seals' of five (penta­gram), six (hexagon), seven (heptagon), nine (ennea­gram), and twelve (dodecagon). All these geome­trical figures are encircled« (Ichazo 1991; Hervorh. d. Verf.).

»It was in an ancient text (a medieval grimoaire) about the Chaldean Seal (ennea­gram) where I first came across this dia­gram which, for the Chaldeans, was a magical figure.« (Ichazo, zitiert in: Labanauskas/Isaacs; Hervorh. d. Verf.)

 

Was den Ursprung seiner Lehren und die Her­kunft seiner Person betrifft, war Ichazo keines­wegs klarer als Gurdjieff. »Little was known about Ichazo's back­ground then; not much more is known now.« (Lilly/Hart, 331-332)

 

Charles T_Tart - Transpersonal Psychologies

John Lilly, Delphin­forscher und Psychiater (Lilly, back cover), und Joseph Hart, »a former Jesuit priest« (NYT 8.10.1971), berichten 1975 in "Transpersonal Psychologies" (edited by Charles T. Tart) detail­liert über Ichazos psycho­lo­gi­sches Ennea­gramm. Gemäss ihrem Bericht führt Ichazo seine Lehre auf einen Erz­engel Metatron zurück: »Metatron, the prince of the arch­angels, who has given instructions to Ichazo.« (Lilly/Hart, 341) Unter diesem Erzengel steht ein »master of all Aricans [...] the Green Qu'Tub. He may or may not make himself known to individual Aricans, depending on the stage of development of the student.« (Lilly/Hart, 341)

 

Adam Smith - Powers of Mind

Der Schrift­steller Adam Smith schreibt 1975 – nicht ohne sarkas­tischen Unter­ton –, Ichazo habe sein Wissen durch "Direkte Offen­barung" bekommen. Er zitiert Ichazo: »I spent forty days in the desert in Cardova ... I was in a space without connection, my conscious­ness went inside the ennea­gram, I returned from the experience and each ennea­gram was complete, but it was very hard to put into words. Of course, this was my psychic projection«. (Smith, 263)

 

John C_Lilly - Das Zentrum des Zyklons

Gemäss Charles T. Tart (Vorwort zu Helen Palmers "Enneagram", 1991) behauptet Ichazo, dass er seine Lehren, und damit auch das Ennea­gramm, vom gleichen Sufi-Kloster habe, wie zuvor Gurdjieff. »I  learned that Naranjo had been taught the basics of the Ennea­gram of perso­nality during a period of study in Chile with Oscar Ichazo, who, in turn, claimed to have learned it from a secret mystery school, the Sarmouni Brother­hood, who had also taught it to Grudjieff.« (Palmer 1991, XIII)

 

Ichazo »verweigerte stand­haft die Angabe seiner Quellen und sprach wie Gurdjieff von Reisen in sufisti­sche Klöster im asiati­schen und orien­tali­schen Raum, wo er dieses geheime Wissen kennen­ge­lernt haben will.« (Häring, 25)

 

John C_Lilly - Das Zentrum des Zyklons

Offensichtlich hat sich Oscar Ichazo an den Rat von John Lilly (1972) gehalten, das Ennea­gramm als Sufi-Lehre dar­zu­stellen.

»J [ John Lilly]: Eines, was mich beun­ruhigt, ist die Frage nach einem Namen für Ihre Methode. Jetzt ist es noch nicht so wichtig [...]. Was für einen Namen wollen Sie ihr geben? Ist das eine Sufi-Sache oder etwas anderes?

O [Oscar Ichazo]: Wir nennen es immer "die Schule".

J [ John Lilly]: Die Leute wollen ein Etikett sehen. Der Sufi-Name hat in den Vereinigten Staaten grosses Prestige, Karma oder was auch immer, bei den jungen Leuten, die zählen. Wir wollen etwas völlig Neues daraus machen.« (Lilly, 198)

 

Manche scheinen grund­sätzlich Mühe zu haben mit asiati­schen Herkunfts­legenden, so auch der Journalist Adam Smith. Er fragte Ichazo ungläubig: »Now, you stopped with Sufis, who spoke Arabic and Farsi, or Persian, and then other groups spoke Hindi, and Chinese – how did you talk to them? In English. In English, Oscar?« (Smith, 262)

 

Markus Becker in Erfahrungen mit dem Ennea­gramm

Gemäss Markus Becker (in: Erfah­rungen mit dem Ennea­gramm, Hrsg. Ebert/Küsten­macher, 1991) lernte Ichazo das Ennea­gramm von einem geheim blei­benden Mann kennen. Aller­dings bleibt Beckers Quellen­an­gabe leider genauso unklar wie der von ihr erwähnte Mann:

»Sein [Ichazo's] Wissen über die Her­kunft der Typo­logie hüllt er aber, ebenso wie Gurdjieff, in einen Mantel des Gheim­nis­vollen. Angeb­lich lernte er das System kennen, als er an der Uni­versi­tät von La Paz arbei­tete, "und dort einen Mann traf, dessen Identi­tät er geheim­zu­halten ver­sprach ..." (Fussnote 7: Ennea­gramm Educator I, 1988, S. 4 "and there met a man whose identity he promised to keep secret.")« (Becker, 51)

 

1991 behauptet Ichazo in "Letters to the School", die Ennea­gramm-Typo­logie sei eine wissen­schaft­liche Tat­sache. »Arica publications repeatedly assert that Ichazo has "discovered" the ego fixations, which are scientifically verifiable "facts" of human nature.« (Justia US Law 1992) Im Plagiats­prozess gegen Helen Palmer wird ihm diese Behauptung schliess­lich zum Ver­hängnis (siehe weiter unten), da man eine wissen­schaft­liche Tatsache nicht mit einem Copy­right belegen kann (Justia US Law 1992).

 

Schliesslich behauptet Ichazo 1991 eben­falls, dass das Ennea­gramm seiner "Arica"-Schule (in Arica, Chile, startete Ichazo seine Lehr­tätig­keit) schlicht und ein­fach seine eigene Erfindung sei. »I did not receive the Arica theory from some obscure Sufi sect or from any­body else. The Arica theory and method are directly and completely proposed and presented exclusively by me. I am the only source of the Arica theory and method.« (Ichazo 1991)

 

 

 

 

 

 

2.4  Ennea­gramm: Kampf der Legenden

Helen Palmer (Gurdjieffs Idioten-Typenlehre) – Ichazo gegen Palmer (Plagiats­prozesse, 1991/1992)

 

Das Enneagramm vor Gericht - Oscar Ichazo klagt 1991 gegen Helen Palmer
Kampf ums Enneagramm (Subhuti)

Oscar Ichazo schweigt sich über die Her­kunft der Ennea­gramm-Typo­logie aus. Genauer: Er ver­breitete verschie­dene Legenden zu verschie­denen Zeiten, um dann schliess­lich nur noch auf sich selbst zu verweisen (siehe oben).

 

Die Naranjo-Schülerin Helen Palmer meint es besser zu wissen. Sie zeigt sich sicher, dass Ichazo seine Typen­lehre von Gurdjieff habe, der sie seinen Studenten aller­dings nicht offen kommuniziert habe. »Although Gurdjieff did not believe that his students were capable of grasping the significance of their Enneagram type, he did a great deal to evoke the recognition of charakter. Two of his most-reported methods were "stepping on people's favorite corns" and "the toasting of idiots."« (Palmer, 13)

 

Mit diesem Ansatz führt Palmer die Ennea­gramm-Typo­logie direkt auf Gurdjieff zurück und damit weit­gehend an Ichazo – und dessen Geheim­halte­gebot – vorbei. Das einzige Ver­dienst, das sie Ichazo zuge­steht, ist die richtige Zuordnung der neun Typen auf das Ennea­gramm-Symbol. »The correct placement of the emotional passions was produced by Oscar Ichazo, and with that deceptively simple arrangement of what Gurdjieff called Chief Feature, the Enneagram code became available to us.« (Palmer, 46)

 

Helen Palmer - Hinweis auf den Plagiatsprozess von Oscar Ichazo
Palmer 1991, XVII

Damit bringt Palmer eine neue These in die ohnehin verwirr­liche Herkunfts­geschichte des Ennea­gramms. Diese mag für Ennea­gramm-Neulinge plausibel klingen, erweist sich bei näherer Betrach­tung aller­dings als Legende. Und das war selbst für Ichazo eine Legende zuviel. Er bezichtigte Palmer des Plagiats (Diebstahl von geistigem Eigen­tum) und ging 1991 gericht­lich gegen sie vor. Das veran­lasste Palmers Verlag 1991 dazu, die Ennea­gramm­lehre von Helen Palmer offiziell als unab­hängig von Ichazos Arica-Institut zu erklären (siehe Grafik). Der Ennea­gramm-Prozess nahm seinen Lauf. Doch beschäftigen wir uns zuerst mit Palmers Argumentation.

 

Palmer führt die Ennea­gramm­typen direkt auf Gurdjieff zurück. Sie sieht sich durch Kenneth Walker bestätigt, dem gesagt wurde, dass Gurdjieff eine 23-Idioten-Typen­lehre kenne, die vom antiken Babylon stammen soll. Diese Idioten­lehre wurde mit einem Sauf­gelage verbunden, weil sich der Typus eines Menschen – gemäss Gurdjieff – in alkoholi­siertem Zustand leichter bestimmen lasse.

»"You see, he's a Russian and Russians always drink a lot of vodka. But there is another and far more important reason why all of G.'s [Gurdjieff's] guests have to drink, what­ever happens to be their private tastes. A great many people are passing through his hands and he is compelled to see them as quickly as possible." (A. emphasized the word "see.") "Well, you know how alcohol opens up a man so that what he has previosly managed to keep hidden is revealed. That is what the Arabs mean when they say that 'alcohol makes a man more so.'" "What are G.'s rules?" I asked. "There are a number of toasts to be drunk during the course of the meal, and the usual rule is one glass of brandy or vodka for every three toasts. The women are let off with six toasts per glass." "How many toasts?" I inquired apprehensively. "That varies and it may be anything up to twenty-five." "Why all these toasts?" my wife asked. "Whose health are we supposed to be drinking?" "You know all about types," A. began, and we nodded. "Well, there is a whole science of types, a very ancient one supposed to have been developed in Babylon. We drink to the various types of men – there are twenty-three, I believe – coupled with the names of those who represent them. You'll be asked to select the type to which you belong." "Supposing one doesn't know it?" "That doesn't matter. Just select the one that seems to suit you best. There's a director of ceremonies, and you can let him know what sort of idiot you are." "Idiot?" "Yes, he uses that word, but in its original and not in its acquired meaning. It really signifies "one's own" and it is there­fore only another word for type.« (Walker 1952, 152-153)

 

Über die Kategorien bzw. Anzahl von "Idioten" scheint es verschie­dene Meinungen zu geben (Taylor, 170). Elizabeth Bennett berichtet von 21 Idioten (Bennet). Taylor definiert das Wort "Idiot" als "Idio­syn­krasie", das gemäss Duden die »Gesamt­heit persön­licher Eigen­heiten, Vor­lieben und Abnei­gungen« bedeuten kann (Idio­syn­krasie). »My own feeling is that the toasts, whose order con­stitutes a hierar­chy, refer to the parti­cular "idio­syn­cracy" of a person which holds him back from "whole­ness" of being and which chains him to mecha­nical behavior. Gurdjieff referred to himself as "Unique Idiot" and Orage as the "Super Idiot"« (Taylor, 170).

 

Taylor, ein uneheli­cher Sohn Gurdjieffs, erkennt in solchen Sauf­gelagen einen tieferen Sinn und ver­gleicht Gurdjieff gar mit Sokrates. »Looking back on them now, I can see how much they resembled Plato's Sympo­sium, in which the form and use of the drinking cup is a meta­physical bond with the trans­cendent. Gurdjieff, like Sokrates, could drink enor­mous amounts without showing signs of drunken­ness.« (Taylor, 171)

Andere zeigen weniger Bewunderung für Gurdjieffs Lebens- und Essensstil: »Gurdjieff indulged freely and openly in alcohol and sexual pleasure« (Johnson, 138). Insbesondere was den Umgang mit Frauen betrifft, galt Gurdjieff nicht nur als lust-getrieben (Taylor, 224), sondern sogar als grausam. »If money demands plagued Orage and Jean, tales of Gurdjieff's treat­ment of women were bothering Jessie and Edith. In November, Rita Romilly told them the story of Doris, an English girl who com­mitted suicide after Gurdjieff had seduced her. Gurdjieff said to Rita that the incident is a lesson for those who make trouble for him. "They will come to bad ends".« (Taylor, 142) Taylor zeigt sich aber auch hier als hin­gebungs­voller Bewun­derer und ver­teidigt Gurdjieff. »This story circu­lated widely for a while as a sign of Gurdjieff's cruelty. Dushka Howarth explained to me that the suicide occurred much later and was not related directly to any­thing Gurdjieff had done. Gurdjieff found it unpro­fitable to deny mis­truths, but saw reason to shape them into parables readable as "truths."« (Taylor, 142).

 

Gurdjieff wusste, dass Menschen ihre Schlag­seiten, "Chief Features", haben (Walker 1957, 97) und er ver­stand es, sie damit zu konfron­tieren. Viel­leicht bezeich­neten ihn auch darum viele Zeit­genossen als »insensitive and even sadistic« (Taylor, 9). Gurdjieff zeigt sich trotzdem begeistert von seiner Methode: »I refer to that already-mentioned principle which I characterized by the words "to press the most sensitive corn of everyone I met." Thanks to this principle, which turned out to be miracle-working for me [...], so affected every­one who met me, that he himself, [...] took off his mask [...]; and thanks to this I at once acquired an unprecedentedly easy possibility of [...] feasting my eyes on what his inner world contained [...].« (Gurdjieff 1975, 51) Obwohl Gurdjieff damit Menschen bis zu Tränen beleidigte und demütigte, sieht Taylor darin – zumindest im Nach­hinein – ein thera­peu­ti­sches Ziel (Taylor, 222).

 

Palmer identifiziert Gurdjieffs Chief Features mit Ichazos Passions und Gurdjieffs Buffers mit psycho­logi­schen Abwehr­mechanismen (Palmer, 15-24). Sie führt so ziem­lich die ganze Ennea­gramm-Termino­logie auf Gurdjieff zurück, mit Aus­nahme von Ichazos Zuordnung der neun Typen auf das Enneagramm-Symbol.

»Ichazo's work was unknown until 1970, when he announced a psycho­spiritual training in the desert near the town of Arica in Chile. About fifty Americans attended, among them John Lilly, Claudio Naranjo, and Joseph Hart, who brought back the report that Ichazo was using the Sufi concepts familiar to many through the Gurdjieff work. He was using exercises to develop the "three brains," or the three kinds of human intelligence that Gurdjieff had described as mental, emotional, and instinctual; he was also using the teaching method of animal qualities, and he had written a short précis of the nine personality types, which was subsequently published in a chapter on the Arica training in Transpersonal Psychologies. Most important, Ichazo had placed the types correctly on the nine-pointed star« (Palmer, 47).

 

Palmers Einschätzung wird bis zu einem gewissen Grad von Naranjos Erfahrungs­bericht über dessen erste Begegnung mit Ichazo bestätigt. Er hörte »Ichazo eine Sicht der mensch­lichen Persön­lich­keit zur Dar­stellung bringen, die mit jener Gurdjieffs über­ein­zu­stimmen schien und noch über diese hinaus­ging, was die Details betraf.« (Naranjo 2017, 27)

Doch Naranjo war vor allem von Ichazos "Proto­analyse" (Ennea­gramm-Typo­logie) beein­druckt, die offen­sicht­lich über Gurdjieffs Lehre hinaus­ging. »Während der Vorträge über das, was Ichazo "Proto­analyse" (Proto­análisis) nannte, erklärte er sich mit der Bitte von Dr. Fer­nández ein­ver­standen, uns die Methode praktisch vor­zu­führen, wofür er die Patienten von Dr. Fer­nández jeweils während einiger Minuten befragte. Danach lieferte er einen solch stimmigen und detail­lierten Bericht über sie, dass wir zwar höchst beein­druckt waren, gleich­zeitig aber den Sprung nicht nach­voll­ziehen konnten, der zwischen der kurzen Befragung durch Ichazo und dessen derart differen­zierter Beobach­tungs­gabe lag.« (Naranjo 2017, 27)

 

Obwohl Palmer tatsächlich nach­weist, dass viele Elemente von Ichazos Lehre auf Gurdjieff zurück­gehen (Palmer, 12-24), gibt es keinen wirk­lichen Beleg für ihre Behauptung, bereits Gurdjieff habe die neun Ennea­gramm­typen gekannt.

Vielleicht handelt es sich bei Palmers Behauptung ja auch nur um eine Schutz­be­hauptung, die sie als Vertei­digung gegen Ichazos Plagiats­vor­wurf in ihr Buch "Enneagram, Under­standing Your­self and the Others in Your Life" auf­nahm und schliess­lich auch vor Gericht vertrat (Justia US Law 1991). Wenn näm­lich die Neun-Typen-Lehre von Gurdjieff stammt, könnte Ichazo auch kein Urheber­recht darauf einfordern.

 

Ichazo reagiert auf Palmers Behaup­tung mit seinem "Letter to the Trans­personal Community" (1991). Darin ver­sucht er mit seiten­langen Hin­weisen auf antike Philo­sophien zu beweisen, dass Gurdjieffs Lehre nichts Neues sei. Er, Ichazo, habe diese Lehre bereits aus früheren philo­sophi­schen Schriften gekannt – das Ennea­gramm-Symbol inklusive! Ichazo besteht hin­gegen darauf, dass seine "Arica-Lehre" etwas völlig Neues sei.

  • »I would like to say very clearly that there is not one single original 'idea' of any impor­tance in the entire work of Mr. Gurdjieff.«
  • »In synthesis, though I have gone through all of Gurd­jieff's material, as well as all the impor­tant litera­ture about him, I have never come to an 'idea' that I can call the unique apport of Mr. Gurd­jieff. Before reading him I found all the same ideas totally deve­loped in the Pytha­gorean, Platonic, Stoic, Hermetist, Gnostic, and Kabbalist traditions [...]«
  • »The enneagram figure, which the Gurdjief­fians affirm that I took from their Master, is in fact one of the forms known as 'seals,' which were produced by the Pytha­gorean school (500 BC), and the Platonic mathe­ma­ti­cians (300 BC) who studied the internal relation of numbers with geo­metrical forms, giving to each number, not only their charac­te­ristics, but their internal interrelations.«
  • »Thus, Mr. Gurdjieff never had the cour­tesy of telling us his sources, per­haps because he thought that it was 'an internal consi­de­ra­tion' and should be wiped out, or per­haps more simply he did not know.«
  • »Arica exposes a complete theory with precise logic and a meta­physical ana­lysis of onto­logy, theo­logy, and the philo­sophy of history. Since I am propo­sing a comp­letely new method, I am certainly correct when I say, "I am the root of a new tradition."« (Ichazo 1991)

 

Schliesslich greift Ichazo Gurdjieff persön­lich an, indem er auf dessen Alkohol­ab­hän­gig­keit ver­weist. Zumindest in diesem Punkt scheint Ichazo korrekt zu sein. Ansonsten wirkt seine Vertei­digung sehr emotional und über­zogen. Spätestens beim Vorwurf, Gurdjieff sei nie freund­lich genug gewesen, seine Quellen offen zu legen, würde man sich von Ichazo etwas mehr Selbstkritik wünschen.

Ironischerweise erweist sich Ichazo aber gerade auch mit seiner Ver­schlei­erung der Quellen als Gurdjieff-Schüler. Er handelt damit nicht nur nach Gurdjieffs Vor­bild, sondern auch als "schlauer Mensch" – ein Aus­druck Gurdjieffs –, der andere aus­sticht: »Wie der 'schlaue Mensch' das Geheimnis lernte – das ist nicht bekannt. Vielleicht fand er es in alten Büchern, viel­leicht hat er es geerbt, viel­leicht hat er es gekauft, viel­leicht stahl er es von irgend jemandem. Es macht keinen Unter­schied. Der 'schlaue Mensch' kennt das Geheimnis, und mit seiner Hilfe sticht er Fakir, Mönch und Yogi aus.« (Ouspensky 1949/2010, 71)

 

Schliesslich wurde Ichazo aber selbst aus­ge­stochen. Er verlor den von ihm ange­strengten Plagiats­prozess in zweiter Instanz (1992), aller­dings nicht weil Palmer ihre Behaup­tung hätte beweisen können. Ichazos Schwach­stelle zeigt sich unter anderem eben genau darin, dass er nie ver­raten wollte, von wem er sich inspi­rieren liess. Während der Aus­einander­setzung mit Helen Palmer behaup­tete er, die Ennea­gramm-Typo­logie sei eine "wissen­schaft­liche Tatsache". Das Gericht war sich dessen nicht so sicher, nahm ihn aber beim Wort – zu Ichazos Leid­wesen: Eine "wissen­schaft­liche Tatsache" kann näm­lich nicht mit einem Urheber­recht belegt werden. Ausser­dem wurde das Ennea­gramm bereits vor Palmers Marketing-Offensive ver­öffent­licht, ohne dass Ichazo gericht­lich dagegen vor­ge­gangen wäre (Justia US Law 1992).

 

Auf dieses Gerichtsurteil stützen sich da und dort ein paar über­eifrige Ennea­gramm-Fans, wenn sie behaupten, das Ennea­gramm sei eine "wissen­schaft­liche Tatsache", was gericht­lich bestätigt worden sei. Solche über­eifrige Fans ver­kennen die "salomo­nische Weis­heit" des US-Gerichts, die hinter diesem Urteil steht (vgl. Bartels, 74).

 

»Heute führt Ichazo ein zurück­ge­zogenes Leben als Schrift­steller auf der Insel Maui, Hawaii. Der nord­ameri­kani­schen Ennea­gramm-Bewe­gung steht er aus­ge­sprochen distan­ziert gegen­über, da er sich seit der Ver­öffent­li­chung der ersten Ennea­gramm-Einfüh­rungs­bücher als Opfer von Plagiat und Miss­verständnis sieht.« (Bartels, 34)

 

Palmer mindert mit ihrer Legende nicht nur Ichazos Beitrag für das psycho­logi­sche Ennea­gramm, sondern auch den von Claudio Naranjo. Dieser hat die Ennea­gramm-Typo­logie eigent­lich erst zur Typen­psycho­logie gemacht. Naranjo schreibt über seine frühere Schülerin: Palmers Buch ist »dasjenige, das die meiste Infor­mation ent­hält, obgleich ich von ihr eigent­lich einen originel­leren Beitrag erwartet hätte« (Naranjo 2017, 29). Mit anderen Worten: Helen Palmer hat gut abgeschrieben. ☺

 

enneagram_com - Homepage von Helen Palmer 4-08-2018

Palmer siegte vor Gericht und konnte sich weiter­hin als Ennea­gramm-Lehrerin profi­lieren: Ihre Ennea­gramm-Schule hatte grossen Erfolg, ihre Ennea­gramm-Bücher wurden als Klassiker in mehrere Sprachen über­setzt.

Sie betreibt bis heute eine erfolg­reiche Vermarktung des Ennea­gramms. Und sie vertritt weiterhin die Legende, das Ennea­gramm sei eine alte Sufi-Lehre, die durch Gurdjieff in die moderne Welt hinein­ge­kommen ist. Das macht sie in ihrem ersten Buch mit dem ersten Satz klar: »The Enneagram is an ancient Sufi teaching that describes nine different personality types and their interrelationships.« (Palmer, 3)

 

 

 

 

 

 

2.5  Ennea­gramm: Sufi-Legende

Enneagramm (Sufi-Legende) – Enneastar (Bibel)

 

Die obigen Ausführungen zeigen, dass die wich­tigsten Ennea­gramm-Pro­ta­go­nisten, Gurdjieff und Ichazo, die Quelle(n) des Ennea­gramms bewusst ver­schlei­erten. Sie kre­ierten Legenden. Viel­leicht um sich selbst zur Legende zu machen? Ganz sicher aber sollten die Legenden die Fas­zina­tion ihrer Lehre bzw. des Ennea­gramms steigern.

 

Schliesslich widerriefen – oder zumin­dest relati­vierten – sie ihre eigenen Legenden und behaup­teten, ihre Lehren würden auf sie selbst zurück­gehen. In beiden Fällen zogen es ihre Schüler vor, an den vorher postu­lierten Legenden fest­zu­halten. Das Ver­halten dieser Schüler zeigt, dass die Legenden einen grossen Anteil an der Fas­zina­tion haben, welche von diesen Lehren ausgeht.

 

Naranjo 2004 - Enneagramm-Symbol
Naranjo 2004, iV

Die Sufi-Legende geistert bis heute durch die Ennea­gramm-Litera­tur. Auch Naranjo ver­tritt sie, wenn er behauptet, das geo­me­tri­sche Ennea­gramm sei »associated with the Sarmouni Order since ancient times.« (Naranjo 2004, IV). Sarmoun soll übrigens »die Bienen« bedeuten (van Stijn, 254).

 

Die meisten Ennea­gramm-Autoren gehen weiter als Naranjo. Für sie ist es Tat­sache, dass das Ennea­gramm nicht nur als geo­me­tri­sches Symbol, sondern auch als Typen­psycho­logie auf eine alte Sufi-Tradition zurück­geht. Diese Behaup­tung wird munter wieder­holt – ganz nach dem Leit­satz: Wenn ein Gerücht genügend lang behauptet wird, wird es viel­leicht irgend­wann als Wahr­heit akzeptiert.

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Die Legenden von Gurdjieff und Ichazo halten einer nüch­ternen Quellen­forschung nicht stand. Gurdjieffs Ennea­gramm-Symbol wurde trotz inten­siver Suche in keinem asiati­schen Kloster gefunden. Es ist nahe­liegend, dass seine Abwand­lung von Llulls Symbol auf ihn selbst zurück­geht. Auch das Ennea­gramm als Neun-Typen-Lehre ist vor Ichazo nirgends zu finden. Es wird kaum viel älter als ein halbes Jahr­hundert sein. Damit erweist sich die Herkunft-Faszination als Pseudo-Faszination. Enneastar ver­weigert sich diesem "Schattentheater".

 

Mit dem Griff zur Bibel reichen wir aber ebenfalls tief in die Vergangen­heit zurück. Für uns ist die Bibel minde­stens so faszinierend, wie die oben erwähnten Legenden.

 

 

 

 

 

 

 


3.  Von der Ennea­gramm-Geschichte als "nicht hilf­reich" aus­gesondert


 

 

3.1  Ennea­gramm: Bewusstseins-Stadien

Ichazo (Satoris) – Enneastar (spiritueller Kampf versus religiöser Krampf)

 

Gurdjieffs Diagramm gemaess Ouspensky

John Lilly (1972) und Adam Smith (1975) gehören zu den Ersten, die über Oscar Ichazo und dessen Ennea­gramm- bzw. Arica-Schule berichten. Beide waren Arica-Schüler (zu verschie­denen Zeiten) und berichten des­halb aus erster Hand von ihren Erfah­rungen. Auf­fal­lend ist, dass beide detail­liert über Bewusst­seins-Stadien bzw. "Satoris" schreiben. »Oscar erklärte seine eigene beson­dere Vor­stellung von den "Satoris". Seine Satoris werden als positive Ebenen (+24, +12, +6 und +3) oder Bewusst­seins-Stadien defi­niert. Oscar benützte die Gurdjieff­schen Schwingungs-Zahlen, um die Stadien des Bewusst­seins zu spezi­fi­zieren.« (Lilly, 153-154)

 

Lilly schreibt fast nichts über das Ennea­gramm, erklärt aber auf zwei Seiten detail­liert ver­schie­dene Bewusst­seins-Stadien (Lilly, 155-156), die er seiten­lang reflek­tiert und mit Oscar Ichazo disku­tiert. Gemäss Smith sollte man minde­stens Stadium "24" errei­chen, das ver­schie­dene Namen hat: +24, Satori 24 oder Perma­nent 24. Smith erklärt dann aber ent­täuscht, dass kein Ichazo-Schüler dieses Stadium erreicht habe (Smith, 263). Stattdessen sei man in der Arica-Schule immer auf "die nächste Woche" vertröstet worden (Smith, 266-267).

 

In spä­teren Ennea­gramm-Büchern spielen diese Bewusst­seins-Stadien keine Rolle mehr, obwohl sie ursprüng­lich das eigent­liche Ziel des Ennea­gramms waren – nebst körper­lichen und medita­tiven Übungen mit phan­ta­sie­vollen Namen, inklu­sive einer speziellen Diät (Smith, 254). Die Bewusst­seins-Lehre bleibt damit ein "gnosti­sches Erlö­sungs­modell" (Bartels, 44), von dem die wenig­sten Ennea­gramm-Begei­ster­ten je etwas gehört haben.

 

 

Boje-Prinzip von Enneastar

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar sucht keine Bewusst­seins-Erwei­te­rung, aber eine spirituelle und charakter­liche Weiter­ent­wick­lung durch eine bib­li­sche Spiritualität. Diese wird niemandem auf­ge­drängt. Wer will, kann Enneastar weit­gehend ohne diese bibli­sche Grund­lage kennen­lernen und benutzen (Grundkurs). Genau genommen ist die bibli­sche Spiritualität mit ihrer Geistes­frucht aber so oder so Aus­gangs­punkt von Enneastar.

 

Wir sprechen in diesem Zusam­men­hang auch vom "Boje-Prinzip": Enneastar ist in einer bibli­schen Spiritualität ver­ankert. Je mehr man Enneastar auf den Grund geht, desto mehr wird man diese Spiritualität ent­decken. Diese Spiritualität ist vor allem im Aufbaukurses, der eigent­lich ein Vertiefungskurs ist, ein wichtiges Thema.

 

Enneastar geht davon aus, dass jedes religiöse System letzt­lich zu einer Ver­krampfung führt (Bild unten, links). Der Mensch kann vieles in den Griff bekommen, nur nicht sein Ego. Das reali­sieren wir spätestens dann, wenn wir versuchen, "bessere Menschen" zu werden.

Durch eine direkte Beziehung zu Gott über­winden wir die Falle "religiöser Krampf", weil wir dadurch aus der unend­lichen Lebens­quelle heraus leben. Konkreter: Wenn wir auf Jesus ver­trauen, bekommen wir Vergebung für ver­gan­genes Versagen und seinen Heiligen Geist für zukünftige Abenteuer mit Gott. Dieser Heilige Geist ist stärker als unser Ego. Wenn wir ihm in unserem Leben die Leitung über­lassen, wird er unser Ego ent­thronen. Wir werden zu selbst­loser Liebe befähigt, um fortan mehr und mehr nach der "Goldenen Regel" zu leben. Ein solches Leben ist ein spiritueller Kampf, da uns die Sorgen des Alltags – und anderes – immer wieder von der "Aus­rich­tung nach oben" weg­bringen wollen (Bild unten, rechts).

Hinweis: Der untere Teil der Grafik gibt es auch als Erklärungsvideo.

Ichazos System fuehrte zu religioeser Verkrampfung - Enneastar vertraut auf biblische Spiritualitaet

 

 

 

3.2  Ennea­gramm: Astrologie

Ichazo liess sich wohl von Collin's astro­logischer Enneagramm-Typologie inspirieren.

 

Oscar Ichazo ver­bindet das Ennea­gramm seiner Arica-Schule mit Astro­logie, um "Abwei­chungen im Denken" zu eru­ieren: »Oscar belehrte uns über die "Ego-Abwei­chungen" und wie er sie in Ver­bin­dung zu den mentations und unseren astro­lo­gi­schen Tier­kreis­zeichen [...] brachte.« (Lilly, 157; vgl. Lilly/Hart, 343) Dieser astro­lo­gi­sche Ansatz wurde in der wei­teren Ennea­gramm-Ent­wick­lung fallen gelassen bzw. als "nicht hilf­reich" aufgegeben.

 

Astrologische Enneagramm-Typologie von Rodney Collin
Astrologisches Enneagramm – Collin, 222

Es mag auf den ersten Blick über­raschen, dass Ichazo auch astro­lo­gi­sche Ansätze in seine Ennea­gramm-Typo­logie inte­griert. Doch Ichazo bedient sich so ziem­lich über­all (Smith, 262), wenn auch oft nur ober­fläch­lich.

 

Gemäss Ichazos eigenen Angaben kannte er das Ennea­gramm-Symbol schon bevor er es später in Gurdjieff-Schriften entdeckte (de Christopher, 64). Es ist gut mög­lich, dass Ichazo das Ennea­gramm durch den Ouspensky-Schüler Rodney Collin (1909-1956) kennen­ge­lernt hatte – und zwar als Typo­logie! Denn Collin verband das Ennea­gramm bereits 1952 mit einer astro­lo­gisch-alche­misti­schen Typo­logie, die sich auf die fünf »mit blossem Auge sicht­baren Planeten« (Boll 1974, 46) und den Mond bezieht (Collin, 143-144; siehe Grafik).

 

Rodney Collin - The Theory of Celestial Influence

Auch Bartels geht davon aus, dass sich Ichazo ursprüng­lich bei Collin bediente:

»Ich halte es für sehr wahr­schein­lich, dass Ichazo in seinem System von Collin beein­flusst ist – auch wenn Ichazo stets die allei­nige Urheber­schaft des modernen Ennea­gramms bean­sprucht und Collin nie erwähnt. Bei Collin finden sich nicht nur die genannte Grund­idee, sondern auch eine Reihe weiterer Bau­steine, die heute zum Konsens der Ennea­gramm-Literatur gehören. Collins Werk erschien zunächst in Latein­amerika und auf Spanisch, muss also für Ichazo durch­aus zugäng­lich gewesen sein. Zudem fällt die Ver­öf­fent­lichung von 1952 [datelobueno.com] auch zeit­lich in die Phase, in der Ichazo seine Lehre des Ennea­gramms aus­ge­arbeitet hat« (Bartels, 35-36).

 

Rodney Collin starb bei der Cathedral of Santo Domingo - Cusco-Chile
Kathedrale von Cusco, Peru

Rodney Collin zog (nach Ouspenskys Tod) 1948 mit anderen Ouspensky-Schülern, die ihm folgten, von England nach Tlalpan, einem Vorort von Mexico City. Seine zwei Bücher der frühen 1950er Jahre wurden des­halb vor allem in Süd­ame­rika bekannt, wo auch Ichazo auf­ge­wachsen ist. »As a result of the distri­bution of books by Ediciones Sol in Latin America, Rodney Collin's groups started to appeared in Peru, Chile, Argen­tina and Uruguay, and contacts were estab­lished in several other countries of the American continent.« (wiki/Rodney_Collin)

Collin konvertierte 1954 zum Katho­li­zis­mus, um seine Ideen leichter in die süd­ameri­ka­ni­sche Gesell­schaft hinein­zu­tragen. Ironi­scher­weise starb er zwei Jahre später in Peru aus­ge­rechnet in einer katho­li­schen Kirche, in der Kathedrale Santo Domingo, Cusco (siehe Foto), als er infolge eines Herz­infarkts vom Glocken­turm fiel (wiki/Rodney_Collin).

 

Wenn Ichazo sich tat­säch­lich von Collin inspi­rie­ren liess, dann vor allem ideell. Wir können zwar die Jovial Types (7) von Collin der Sieben von Ichazo zuordnen, wenn wir uns an das engli­sche Adjektiv halten, das vom Jupiter, auch Jovis (wiki/Jupiter_(Mythologie)), abge­leitet wird (jovial = fröhlich). Das gleiche Vor­gehen führt aber bei Collins Martial Types (5), vom Mars abge­leitet, nicht zum Ziel (martial = kriegerisch). Noch weniger Treffer bekommt man, wenn man auf die Tod­sünden zurück­greift, die den jewei­ligen Planeten einst zuge­ordnet wurden.*

 

  * Die gnosti­sche Lehre der aus­gehenden Antike kannte folgende Zuord­nung: Saturn → Faulheit, Mars → Zorn, Venus → Unzucht, Merkur → Habgier, Jupiter → Stolz, Mond → Neid, Sonne → Völlerei (Boll 1913, 37)

 

astrologische geometrische Figuren

Die Verbindung des Ennea­gramms mit der Astro­logie ist eigent­lich gar nicht so über­raschend. Schliess­lich kennt die Astro­logie ähn­liche geome­trische Figuren.

 

So zeigt Franz Boll 1918 zwei astro­logi­sche Figuren, die mit den Tier­kreis­zeichen in Ver­bin­dung gebracht werden und des­halb 12 Punkte in einem Kreis auf­weisen. Sie sollen auf die Babylonier zurück­gehen und später von den Pytha­go­reern auf­ge­griffen worden sein.

 

»Die wichtigste Lehre, die auch auf die anderen mehr oder weniger ein­ge­wirkt hat, ist die von den Aspekten (Radiationes, Schematismoi), die schon der babylo­ni­schen Astro­logie ange­hört [...]. Abb. 17 ver­an­schau­licht sie. [...] So kann man natür­lich von jedem der zwölf Zeichen aus­gehend die ver­schie­denen Mög­lich­keiten erschöpfen; es ergeben sich dann sechs mög­liche Opposi­tionen, vier Drei­ecke (Abb. 18), drei Vier­ecke, zwei Sechs­ecke. [...]

Diese Lehre, die in den Kreis regel­mässige Figuren ein­zeichnet, musste vor allem den Mathe­matiker anziehen. So haben schon die Pytha­go­reer hierin die tiefsten Geheim­nisse harmo­ni­scher Welt­schöpfung gefunden; Ptolemäus ver­bindet in seiner Harmonie­lehre diese mathe­ma­tischen Ver­hält­nisse mit dem Zusammen­klang der Sphären, und Kepler hat nicht nur im Mysterium cosmo­graphicum (1596), sondern noch im Tertius inter­veniens (1610)« darauf ver­wiesen (Boll 1918, 80-81; vgl. Boll 1974, 63-64).

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Wir finden es interessant, wie frühere Zivili­sa­tionen die Sterne und Planeten beobach­teten. In der Bibel werden die Magier (oder: Weise) vom Morgen­land (oder: Osten) durch einen Stern – oder eine Sternen­konstel­lation? – zur Krippe des Erlösers geführt (Mt 2,1-2). Wir haben nichts dagegen, wenn die Astrologie der Ennea­gramm-Typo­logie den Weg wies. Doch wir halten es wie die Magier in der Bibel: Ein­mal beim Weih­nachts­wunder ange­kommen, lassen sie sich direkt von Gott führen (Mt 2,12).

 

 

 

 

 

 

3.3  Ennea­gramm: esoterische Sekte

Enneagramm geht auf esoterische Arica-Sekte zurück.

 

Oscar Ichazo als esoterischer Guru
Oscar Ichazo, Arica-CD 1976

Sowohl Gurdjieff wie Ichazo gründeten esote­ri­sche Schulen. Beide führten diese ziem­lich autoritär. Heute würde man sie als Sekten­führer bezeichnen. Beide gaben sich als etwas ganz besonderes.

 

Wir konzentrieren uns im Folgenden auf Oscar Ichazo, da er der Erfinder der Ennea­gramm-Typo­logie ist, die er ursprüng­lich "Proto­analyse" nannte.

 

Ichazo behauptet von sich, dass er in einer mysti­schen Erfah­rung die "Totalität" erlangt habe: »1964 ver­brachte ich im Haus meines Vaters in Bolivien ein Jahr in Ein­sam­keit. Dort hatte ich ein Erleb­nis, sehr zu meiner Über­ra­schung, das ohne mein Zutun pas­sierte. Nach eben diesem Erlebnis fühlte ich, dass ich "es" erreicht hatte. Meine Suche war zu Ende. Ich hatte die Tota­lität erlangt.« (de Christopher, 55; Hervorh. d. Verf.)

 

Später gründet Ichazo die Arica-Schule, um eine neue Gesell­schaft hervor­zu­bringen, die er "Meta­society" nennt.

»With all this work in the School of Arica, what we try to do funda­men­tally is one thing: We try to go from society to 'meta­society'. We are not playing with words here. We mean it. We define meta­society as a society where the indivi­duals have trans­cended their own indivi­dua­lities. In a meta­society the indivi­dual is not the funda­mental element. The society is itself the funda­mental element. This is not a loss of indivi­duality in the sense that now we are falling into a terrible socialism – nothing of the kind. We are speaking about spirit.« (Ichazo 1982, 108-109; Hervorh. d. Verf.)

 

Ichazo - Zeitungsinserat 1971 in der New York Times
New York Times, Arica-Inserat 1971

Ichazo will schliesslich, die ganze Welt ver­ändern. Er zieht mit seiner Arica-Schule von Arica (Chile) nach New York City, denn: »New York contains more people prepared for reality than the world has previously seen.« (NYT 8.10.1971)

Am 28.09.1971 wirbt Ichazo mit einem Ganz-Seiten-Inserat in der New York Times für seine Schule (siehe Grafik). Das Inserat zeigt bei­spiel­haft Ichazos Vor­liebe für fanta­sie­volle Begriffe, der sich in einem »sehr eigen­willigen sprach­lichen Codes« manife­stiert (Bartels, 34). Der Titel "The Mosquito that bites the Iron Bull" sei übrigens »an Eastern reference to the frust­rating search for personal essence« (NYT 8.10.1971). »A very mysterious ad indeed.« (Smith, 253)

 

Lilly und Heart beschreiben die Arica-Schule als "eine grosse Familie mit Ichazo als ihren Vater".

»As can be seen, the group is all-impor­tant in the Arica system. The indivi­dual must find his own perso­nal mea­ning in being a member of the group and must find his happi­ness as a member of a large family with Ichazo as the father.« (Lilly/Hart, 351; Hervorh. d. Verf.)

Ichazo wollte mit Arica einen neuen Menschen­stamm gründen. »Arica, said Oscar [Ichazo], would have to become a tribe. Even­tually all hum­ma­nity would have to become a tribe. With the tribe taking care of needs, the indivi­dual ego trip could be given up.« (Smith, 257)

 

Ichazo verspricht nichts Geringeres als das Paradies bzw. "Glück für Alle". Ein Arica-Lehrer bezeichnet diesen Zustand als »"natural internal equilibrium" – a trouble-free con­di­tion borde­ring on joy« (NYT 8.10.1971). Das Ennea­gramm, das Ichazo "Proto­analyse" nennt, dient hierzu als Werk­zeug von "enormer Präzision".

»Only a common logic that works in our surroun­ding uni­verse, that works in society, and that works for indivi­duals, will achieve the real pur­pose of history – to accomplish happi­ness for all. Our destiny will be full­filled, and the long awai­ted Civitas Dei will happen. What we pro­pose is a method for exhau­stive ana­lysis of the human psyche, reali­zing it to be a structure with which we can deal. Thus, proto­analysis is a pro­po­sition for a new theory of the psyche, a theory for self-realiza­tion, and also a theory for curing psychic and physical ill­ness, with enor­mous preci­sion in diag­nosis and preci­sion in treat­ment leading to cure.« (Ichazo 1982, 65; Hervorh. d. Verf.)

 

Um dieses Paradies zu errei­chen, arbeitet Ichazo auch mit Druck. Lilly und Hart sprechen sogar von "Angst".

»Fear plays its part indirectly in the trai­ning, since the indivi­dual wants en­lighten­ment, not crystal­liza­tion in ego. Since en­lighten­ment comes most quickly through the group, the student fears dis­plea­sing the group and per­haps being rejected. Ichazo him­self gives and recei­ves great love, yet he can be angry and stern and feared.« (Lilly/Hart, 345; Hervorh. d. Verf.)

 

Lilly und Hart – beide einst grosse Arica-Fans (vgl. Lilly, 147; NYT 8.10.1971) – warnen schliess­lich, dass sich nur stabile Persön­lich­keiten dem Druck und der Span­nung aus­setzen sollten, die ein Arica-Training mit sich bringt.

»The training itself is dynamic, given under tension, and at a high level of energy. Such pres­sure can be dange­rous for an emo­tio­nally unstable person, and the Arica system has not yet deve­loped an effec­tive method of hand­ling break­downs; the person is simply refer­red to a psychiatrist. So a person with a serious psychosis should not look to Arica for a cure. It is only for those with suffi­cient emo­tional balance to under­go the pres­sure and tension.« (Lilly/Hart, 351; Hervorh. d. Verf.)

 

Smith besuchte die Arica-Schule, um als Reporter von Psycho­logy Today dar­über zu berichten (Smith, 262). Er schreibt tatsäch­lich von grossem psychi­schen Druck. Die Teil­neh­men­den wurden täg­lich nach einer dubio­sen "un­sicht­baren" Skala mit den Noten A, B und schliess­lich auch C benotet. Wer nicht koope­rierte, wurde aus­ge­schlossen. Das Schul­kom­mit­tee übte immer grös­seren Druck aus und schlug schliess­lich Haus­durch­su­chun­gen bei allen Teil­neh­men­den vor, um hinder­liche Bücher und Medien aus­zu­sor­tie­ren und zu ent­fernen. Das war eine spiri­tuelle Bank­rott­erklärung und ging vielen zu weit.

»There was a word in Arica, chich, from Oscar's [Ichazo] Spanish, chicherero, chatter, the trivial talk of the mind. That's what we had to lose. And certain authors and com­po­sers and people were more chich-y than others – Beet­hoven had a lot of chich, said Oscar. And one night, after a drop to B by an unusual number of people, a com­mit­tee announ­ced there was too much chich in people's minds, and that the com­mit­tee was pro­po­sing that it come to people's apart­ments and weed out their books and records, taking away the chich-y ones, just out of tribal spirit and group love, and then the group's con­scious­ness could be pure again and we could make rapid pro­gress. And that was too much. Here was Arica barely two years old, and about to have an Index, just like the Roman Church! "Well, Oscar was trained as a Jesuit," whis­pered one muti­neer. [...] That was an impor­tant moment. As much as every­body wanted to live in Satori 24, they wanted to live even more in the U.S. Consti­tu­tion.« (Smith, 260; Hervorh. d. Verf.)

 

In seinen Arica-Erinne­rungen weist Smith schon früh auf typische Schwä­chen bzw. Gefahren des Ennea­gramms hin:

  • Stolz auf den eigenen Typ: Viele sind stolz auf ihren Typ und wollen sich von dessen Schlag­seiten gar nicht lösen. »[...] no­body was in a hurry to give up the role he was used to, even though that pre­ven­ted him from being "free."« (Smith, 256)
  • Unbewusste Erwar­tungen an Mit­men­schen: Smith berichtet im Weiteren über den »Pygmalion effect« (Smith, 256): Der Ennea­gramm­kun­dige neigt dazu, seine Mit­men­schen in Typen zu kata­lo­gi­sieren. Dadurch be­ein­flusst er diese un­be­wusst (durch seine Erwartungen).

Nebst dem "Pygmalion Effekt" gibt es noch andere psycho­lo­gi­sche Effekte, die Smith nicht er­wähnt, die im Ennea­gramm aber eben­falls zum Tragen kommen könnten:

  • Der Barnum-Effekt  beschreibt das Phänomen, dass Menschen die Nei­gung haben, vage und all­ge­mein­gül­tige Aus­sagen über ihre Person leicht als zu­tref­fend zu akzep­tieren (wiki/Barnum-Effekt).
  • Die Selbsterfüllende Pro­phe­zeiung besagt, dass sich Menschen durch "Pseudo-Wahr­hei­ten" be­ein­flussen lassen, wo­durch sich diese (falsche Aus­sagen) dann "be­wahr­heiten" können (wiki/Selbsterfüllende_Prophezeiung).

 

Ichazo will mit seiner Arica-Bewe­gung einen globalen positiven Effekt bewirken, näm­lich nichts weniger als die Apo­kalypse bzw. einen "globalen Holo­caust" verhindern.

»However, if men refuse to seek en­lighten­ment within the next ten years, there will be a holo­caust which can and pro­bably will destroy this planet. Other cultu­res in other plane­tary systems have so destroyed them­selves in the past, accor­ding to Ichazo. It is urgent, then, that Arica train teachers as quickly as possible, and it is equally impor­tant that men listen to their message.« (Lilly/Hart, 340-341)

 

Ein "New York Times"-Artikel über Ichazos Arica-Training endet mit dem Satz: »Arica enthu­siasts say they have found a kind of invin­cible joy with­out drugs or exces­sive postu­ring. They agree the real test will come a few years from new when they learn wether that invin­cible joy has with­stood the erosion of time.« (NYT 8.10.1971) Dieser "Test der Zeit" hat Arica nicht bestanden. Die "unbe­sieg­bare Freude" war nicht nach­haltig. Schon nach wenigen Jahren stellten sich Ent­täuschung und Ernüchterung ein.

 

Über 40 Jahre später ist es ruhig geworden um die Arica-Schule herum. Sie ist ange­treten, die Welt zu retten. Die Welt aber lässt sich mit dem Arica-Rezept nicht ver­ändern. Ichazo hat sich schliess­lich auf Hawaii zurück­gezogen (Bartels, 34). Arica hat als esoteri­sche Sekte ausgedient.

 

Copyright-Eintraege von Oscar Ichazo uebersteigen die Zahl von 10000
Copyright USA 2018

Arica hat zwar nach wie vor eine Home­page (Arica). Diese ist aller­dings in die Jahre gekommen. Gemäss einem (scheinbar trauma­tisierten) Internet-Gegner hat Oscar Ichazo aber nach wie vor unzählige Copy­right-Einträge. »There are thousands. [...] There is considerable duplication in the lists.« (Doughty, mothercopyright.html)

 

Tatsächlich zeigt sich das Online-Copyright-Verzeichnis der USA über­fordert, wenn man nach Einträgen sucht, die die Worte "Oscar Ichazo" beinhalten. Es kommt folgender Warn­hinweis: »Your search retrieved more records than can be displayed. Only the first 10,000 will be shown.« (Copyright USA)

Es scheint tatsächlich so, dass Oscar Ichazo eine Obsession für Copyright-Ansprüche hat.

 

Die wenigsten Ennea­gramm-Begei­sterten sind sich bewusst, dass das Ennea­gramm aus einer esoteri­schen Sekte hervor­gegangen ist. Wir haben es Naranjos Schülerinnen und Schüler zu ver­danken, dass das Ennea­gramm der Geheim­halte­pflicht einer streng organi­sierten Sekte ent­rissen worden ist. Manche Naranjo-Schüler haben mit ihren Ennea­gramm-Büchern offenbar viel Geld ver­dient. Dabei ging es nicht immer regel­konform zu und her. Insbesondere Helen Palmers Methode, Ichazos Geheim­halte­gebot zu umgehen, indem sie ihm die Erfindung der Neun-Typen-Lehre abspricht, ist nicht die feine Art. Wir sind ihr trotzdem dankbar. ☺ Durch sie wurde das Ennea­gramm einer breiten Öffent­lich­keit bekannt. Ennea­gramm-Kundige sind sich sicher einig: Ichazo hatte viele ver­rückte Ideen. Die Ennea­gramm-Typo­logie ist eine davon. Und für diese sind wir ihm dankbar. ☺

 

Marie Seton war Sekretärin von Ouspensky, dem bekann­testen Gurdjieff-Schüler. In dieser Funktion bekam sie abgrund­tiefe Ein­blicke in das Leben dieses esoteri­schen Lehrers. Seton schreibt über diese Erfahrung: »Being a guru is one of the riskier occupations psycho­logically, and being a devotee is no less risky.« (Seton, 13) Diese Fest­stellung trifft sicher auch auf Oscar Ichazo zu – und auf seine Schüler. Manche ehemalige Arica-Studenten scheinen trauma­tisiert worden zu sein (Doughty, metaton). Andere suchten ihr Glück in weiteren esoteri­schen Sekten – und nahmen das Ennea­gramm auch gleich mit (Subhuti).

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Enneastar ist keine Schule und schon gar keine Sekte. Enneastar ist ein Tool, ein Werk­zeug zur persön­lichen Weiter­ent­wicklung. Dieses Tool haben wir mög­lichst benutzer­freund­lich auf­gegleist, so auch diese Homepage.

  • Die meisten machen den 2-Minuten-Test.
  • Viele wollen danach mehr über ihren Typ erfahren.
  • Einige downloaden das Stern-Diagramm, um das Test­ergebnis besser reflektieren zu können.
  • Manche geben ein Feedback.
  • Nicht wenige wollen mehr erfahren und forschen unter Kurse und über uns weiter.

Das ist OK. Jede Person kann selber ent­scheiden, was und wie viel sie vom Werk­zeug Enneastar mit­nehmen will. Wir sind also keine Schule, sondern eher ein Kiosk – mit vielen Gratis­artikeln. ☺

 

 

 

 

 

 

3.4  Ennea­gramm: Sheldons Typologie

Naranjo liess sich von vielen Typenlehren inspririeren.

 

Claudio Naranjo - Typologie nach William Sheldon - nach Enneastar-Reihenfolge

Claudio Naranjo ver­bindet das Ennea­gramm als »begei­ster­ter Anhänger Sheldons« (Naranjo 2017, 22) mit der Typo­logie von William Sheldon (1899-1977). Des­halb ordnet er jedem Typ einen spezi­fi­schen Körper­bau samt dazu­ge­höriger Ver­haltens­weise zu. Dieses System konnte sich in der wei­teren Ennea­gramm-Ent­wick­lung aller­dings nicht durch­setzen, wenn sich auch da und dort Hin­weise auf Körper­formen finden.

 

»Sheldons Körper­typen stellten sich als wenig brauch­bar für die Vorher­sage des Ver­haltens einer Person heraus, finden aber noch heute Anwen­dung in der Sport­medizin zur Erstel­lung von Trainings­programmen.« (wiki/William_Sheldon)

 

Claudio Naranjo - Grafiken aus Ennea-Type 2004

Claudio Naranjo hat eine grund­sätz­liche Schwäche für grafi­sche Typolo­gien. Das zeigt sich bei seinem ersten Ennea­gramm-Buch (Ennea-Type Structures 1990), das 2004 neu gedruckt wurde (siehe Grafik).

 

Die Grafiken dieses Buches ver­an­schau­lichen Naranjos Typen­psycho­lo­gie, kreieren aber gleich­zeitig unge­naue Stereo­typen, die keines­wegs immer zutreffen.

Damit erweisen sich Typen­grafiken als zwei­schnei­diges Schwert: span­nende Ver­an­schau­li­chung versus unnö­tige Vorurteile.

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Wir finden Naranjos "Körper­welten" interessant. Aus eigener Erfah­rung wissen wir aber, dass diese Stereo­typen allzu oft nicht zutreffen. Ausserdem macht das Alter diesen Vor­ur­teilen einen Strich durch die Rechnung. Irgend­wann ab 55+ neigen viele Menschen dazu, mehr Gewicht zuzu­legen, während der Muskel­schwund sichtbar ein­setzt. Tja, so ist es nun mal. (Ich spreche aus eigener Erfahrung.) Umso lustiger, wenn Naranjos Vor­ur­teile zuweilen zutreffen. ☺

 

 

 

 

 

 


4.  Schluss


 

 

4.1  Ennea­gramm: Fazit

9 Tatsachen über das Enneagramm – Enneastar

 

Dieses Fazit fasst die obige Enneagramm-Forschung in 9 Punkten zusammen:

  1. Das Enneagramm zeigt, dass das Reflek­tieren von Tod­sünden heute noch Menschen faszi­niert und anspricht. Die (antike) Kirchen­geschichte ist durch die erwei­terte Liste der sieben Tod­sünden im Ennea­gramm inkludiert, wenn auch oft unbe­merkt.
  2. Das Enneagramm lädt ein, sich selbst zu reflek­tieren – anhand einer geomet­rischen Figur, die mit einer Typen­psycho­logie ver­bunden wird. Die (mittel­alter­liche) Kirchen­geschichte drückt mittels dieses Symbols auch hier wieder durch, bleibt aber auch in diesem Fall oft unbemerkt.
  3. Das Enneagramm kommt nicht kirch­lich daher, sondern spricht das Selbst des Menschen an. Im Zeit­alter der Selbst-Verwirk­lichung trifft es damit den Nerv der Zeit.
  4. Das Enneagramm kämpft von Anfang an mit min­de­stens zwei Schwä­chen: Viele sind stolz auf ihren Typ und wollen sich von dessen Schlag­seiten gar nicht lösen. Ausser­dem neigt der Mensch dazu, sich mit einem ihm zu­ge­ord­neten Typ nur all­zu leicht zu identifizieren.
  5. Das Enneagramm kennt keinen heiligen Text, aber mit der Sufi-Legende so etwas wie einen "heiligen Kontext", der sich aller­dings als "heisse Luft" erweist, wenn man die Ennea­gramm-Geschichte genauer studiert.
  6. Das Enneagramm ist aus einer esoteri­schen Bewegung hervor­gegangen, die ihre Quellen bewusst zu verschleiern pflegte. Diese Bewegung zeigte zuweilen sekten­ähnliche Auswüchse.
  7. Das Enneagramm wurde in den 1970er Jahren zuerst als Geheim­wissen ver­mittelt, fand schliess­lich aber trotz­dem den Weg an die Öffent­lich­keit – obwohl seine Ver­öffent­lichung durch einen Plagiats­prozess bekämpft wurde.
  8. Das Enneagramm wurde in seiner Anordnung der Typen nie in Frage gestellt, obwohl diese auf Ichazo zurück­geht, der zum Teil ziem­lich exzent­rische Ideen ver­trat, von denen manche nicht mehr Teil des Enneagramms sind.
  9. Das Enneagramm wird weiter­hin mit Ver­weisen auf antike Herkunfts­legenden ver­marktet, die fast schon eine religiöse Ehr­furcht generieren. Die gleiche Ehr­furcht steht aber auch einer nüc­hternen Weiter­ent­wick­lung des Ennea­gramms im Weg, wo­durch sich die Ennea­gramm-Bewegung in einer Sack­gasse befindet.

 

 

Enneagramm → Enneastar®

Das Enneagramm wurde von seinen berühmtesten Prota­gonisten, Gurdjieff und Ichazo, zuweilen als "Heiliger Gral" dar­gestellt. Die wirk­liche Herkunft-Geschichte – soweit sie sich nach­weisen lässt – ist hin­gegen ziem­lich profan: Die geo­metri­sche Figur geht auf Gurdjieff, die Typo­logie auf Ichazo zurück. Punkt. Erstaun­lich ist nun, dass die Anord­nung der Typen scheinbar von niemandem je in Frage gestellt wurde, obwohl auch das Ennea­gramm nur eine mensch­liche Erfindung ist.

 

Mit unserem Enneastar-Konzept lösen wir uns von der über­triebenen Ehr­furcht, die uns die Ennea­gramm-Legenden ver­mitteln wollen, ob­wohl sie sich bei genauerer Prüfung nur als "heisse Luft" erweisen. Mit viel Intuition, etwas Naivität und auf­richtigem Ver­trauen in die Bibel, erfrechen wir uns, die Ennea­gramm-Typen in ein anderes Konzept umzu­giessen.

 

Wir empfinden gegen­über den Ennea­gramm-Erfindern – Gurdjieff, Ichazo, Naranjo – echte Dank­bar­keit. Sie stiessen mit ihrer esoteri­schen Neu­gier zum Teil auf christ­liche Quellen. Ohne ihre Ent­deckungen wären wir acht­los an solch faszinie­renden Schätzen der Kirchen­geschichte vorbeigegangen.

 

Christen haben sehr schnell erkannt, dass sich das Ennea­gramm für eine charakter­liche Weiter­ent­wicklung eignet – ein Kern­thema des christ­lichen Glaubens. Wir gehen mit unserem Enneastar-Konzept nun einen Schritt weiter, indem wir direkt auf die christ­lichen Quellen zurück­gehen, um daraus ein neues Ennea­gramm zu ent­wickeln. Damit ent­fernen wir uns von der populären Ennea­gramm-Termino­logie, ver­stehen uns aber trotz­dem als Teil von ihr. Alles was lebt, will und soll sich ent­wickeln. Des­halb tragen wir mit unserem neuen Ansatz letzt­lich eben­falls dazu bei, dass das Ennea­gramm lebendig bleibt.

 

Unser Enneastar-Konzept ist – wie jede Ennea­gramm-Lehre – keine Wissen­schaft. Enneastar ist ein Produkt von unkonven­tioneller Ent­deckungs­freude. Wir ver­stehen das Ganze als "sinn­volles Spiel", um sich selbst zu reflek­tieren. Enneastar setzt des­halb den Willen und die Fähig­keit zur Selbst­reflexion voraus.

 

Enneastar ist keine Schule, wenn wir auch Schulungen anbieten. Enneastar ist ein Tool. Wir haben mit diesem Werk­zeug gute Erfah­rungen und spannende Ent­deckungen gemacht. Jeder­man ist ein­ge­laden, so viel von Enneastar zu profi­tieren, wie er/sie wünscht. Wir wünschen hierzu viel Vergnügen. ☺

 

 

Entwicklungsschritte vom Enneagramm zu Enneastar

Entwicklungsschritte: vom Enneagramm zu Enneastar®

Diese Tabelle zeigt wichtige Entwicklungs­schritte: Von den "Tod­sünden" zum Ennea­gramm, von der "Geistes­frucht" zu Enneastar – und schliesslich die Verschmelzung mit der "Belbin Team Roles Theory".

Evagrius
345-399
Mittelalterliche Theologie Enneagramm
beruht auf Wurzelsünden (1970)
Geistesfrucht der Bibel (Galater 5,22-23a) Enneastar
(2015)
Acht Gedanken1 Sieben Todsünden2 Wurzelsünden3 Enneagramm-
Typen6
← Zuordnung7 biblische Reihenfolge neue Reihenfolge8 Belbin Team Roles9
Zorn Zorn Perfektionist‑1 Geduld Helfer Co-ordinator
Hochmut Hochmut Helfer-2 Liebe Optimist Ressource Investigator
Ruhmsucht Macher-3 Treue Skeptiker Monitor Evaluator
Neid Individualist-4 Freundlichkeit Perfektionist Completer Finisher
Geldgier Geiz Beobachter-5 Güte Individualist Plant
Kummer Skeptiker-6 Friede Beobachter Specialist
Fresslust Völlerei Optimist-7 Freude Macher Implementer
Unzucht Wollust Kämpfer-8 Sanftmut Kämpfer Shaper
Überdruss Faulheit Vermittler-9 Enthaltsamkeit Vermittler Teamworker

Legende:

1 Reihen­folge bei Evagrios Pontikos: Fress­lust, Unzucht, Geld­gier, Zorn, Kummer, Über­druss, Ruhm­sucht, Hoch­mut

2 Papst Gregor I. († 604) ordnete den Über­druss der Faul­heit zu, die Ruhm­sucht dem Hoch­mut und fügte dem Sünden­katalog den Neid hinzu.

3 Die Neunzahl (9 Sünden / 9 Tugenden) wurde bereits von Ramon Llull (1232-1316) vorweg­ge­nommen. Er ergänzte die Sieben Tod­sünden mit Lüge und Unbeständig­keit. Die Tugenden des Ennea­gramms (in dieser Tabelle nicht aufgeführt) sind einfach das Gegen­teil der Wurzel­sünden.

4 van Stijn (2011) stellt fest, dass viele Perfektionisten ihre Wurzel­sünde mit Verärgerung beschreiben, beharrt aber auf dem Begriff Wut.

5 Helen Palmer ersetzte auf­grund von Interviews (Panels) die Wurzel­sünde des Kämpfers (Unzucht) mit Lust (van Stijn).

6 Reihen­folge der Ennea­gramm-Typen wird durch die Geo­metrie des Ennea­gramms begründet (Trost­punkte und Miss­trost­punkte bzw. Stress­punkte; Flügel).

7 Zuordnung der neun­ Eigen­schaften der Geistes­frucht auf die neun Ennea­gramm­typen (nach Markus Brunner)

8 Reihenfolge von Enneastar richtet sich nach der Reihen­folge der biblischen Auf­zählung in Galater 5,22-23.

9 Der Wirtschafts­psycho­loge Meredith Belbin (* 1926) aus England erklärt mit der Belbin Team Roles Theory das Geheimnis von erfolg­reicher Team­bildung. Er ging ursprüng­lich von acht Team­rollen aus, definierte später dann aber noch eine neunte (Specialist).

 

 

 

 

 

 

 

4.2  Ennea­gramm: Literatur­verzeichnis

Quellen für die Enneagramm-Forschung

 

Arica. www.arica.org (Datum: 16.02.2019)

Bartels, Johannes. "mitten in die Seele hinein". Das Ennea­gramm im Kontext religiöser Erwachsenen­bildung. Religions­päda­gogische Kon­texte und Kon­zepte Bd. 13. LIT Verlag, Münster. 2005. ISBN 3-8258-7282-3

Becker, Markus. Empir­ische Unter­suchun­gen zum Ennea­gramm – Grund­lagen und Ver­gleiche. In: Erfah­run­gen mit dem Ennea­gramm. Sich selbst und Gott begegnen. Andreas Ebert / Marion Küsten­macher (Hrsg.) Claudius Verlag, 3. Auflage, 1992. ISBN 3-532-62110-X

Beesing, Maria O.P. / Nogosek, Robert J. C.S.C. / O'Leary, Patrick H. S.J. The Enneagram. A Journey of Self Discovery. Dimension Books, Inc. Denville, New Jersey 07834. 1984. ISBN: 0-87193-214-8

Belbin, R. Meredith. Management Teams. Why they succeed or fail. Third Edition. Published by Routledge New York 2013. First published by Butterworth-Heinemann 2010, ISBN: 9780434901272. ISBN 978-1-8561-7807-5

Belbin, R. Meredith. Team Roles at Work. Erste Publikation: Butterworth-Heinemann, 1993, ISBN: 9780750609258. Published by Taylor & Francis. 2010. ISBN 978-1-85617-800-6

Belbin, R. Meredith. The Belbin Guide to Succeeding at Work. First published 2008. 4. Auflage. Published by Belbin, Cambridge, England. 2013. ISBN 978-0-9552979-5-3

Bennett, Elizabeth & John G. Ein Toast auf alle Idioten! Gurdjieff und die Wissenschaft der Idiotie. https://chalice-verlag.de/texte/tp-bennett-gurdjieff (Datum: 14.04.2019)
Taylor schreibt über John Bennett: »In July 1953, Jean records that the Gurdjieff Foundation people – Edwin and Dorothy Wolfe, Bill and Louise Welch, and Rita Romilly, do not think "too well of Bennett. He's been out of the work too long." Actually, Bennett had been out of touch with Gurdjieff between 1923 and 1948, a period which he himself described as a "sleep," but he formed enthusiastic groups in southern England after Gurdjieff's death.« (Taylor, 204, Fussnote 4)

Bernet, Claus. Magda Kelber: Sozial­pädagogin, Sozial­arbeiterin und Erfin­derin der Gruppen­päda­gogik. In: Quäker-Nach­richten – Meldungen aus dem welt­weiten Quäker­tum. 22.04.2012. http://quaekernachrichten.blogspot.ch/2012/04/magda-kelber-sozialpadagogin.html (Datum: 23.04.2018)

Boll, Franz. Die Lebensalter. Ein Beitrag zur antiken Ethologie und zur Geschichte der Zahlen. Mit einem Anhang über die Schrift von der Siebenzahl. Verlag von B.G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1913.

Boll, Franz. Unter Mitwirkung von: Bezold, Carl. Sternglaube und Sterndeutung. Die Geschichte und das Wesen der Astrologie.
Verlag und Druck von B.G. Teubner, Leipzig, 1918. Aus Natur und Geisteswelt. Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. www.iapsop.com/ssoc/1918__boll___sternglaube_und_sterndeutung.pdf (Datum: 29.03.2019) Achtung: Bei diesem Online-Dokument fehlen mehrere Seiten. Ich habe deshalb auf die Buchfassung zurückgegriffen.

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3. Teil – Zorn, Groll, Bitterkeit: www.erzdioezese-wien.at/7-todsuenden-zorn
4. Teil – Geiz und Enge: www.erzdioezese-wien.at/7-todsuenden-geiz
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Le Myésier, Thomas (Ramon Llull’s Schüler). Breviculum ex artibus Raimundi Lulli electum. St. Peter perg. 92 (Kloster St. Peter, Schwarzwald). Nordfrankreich (?), 1322. Online-Ausgabe: Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, 2011. urn:nbn:de:bsz:31-8765.
https://digital.blb-karlsruhe.de/98159 (Datum: 15.12.2017)
»Der besondere bibliophile bzw. buchkünstlerische Reiz liegt in den zwölf ganzseitigen Miniaturen von hervorragender Qualität. Sie stellen das Leben des Raimundus Lullus mit legendarischen Elementen dar, geben eine allegorische Darstellung seiner Gedankenwelt und präsentieren auch die Arbeit Le Myésiers wirkungsvoll. Die Absicht der von Le Myésier in Auftrag gegebenen Miniaturen nennt dieser gleich in den ersten Sätzen, in denen er erläutert, daß er diese Bilder habe verfertigen lassen, um die Herkunft des Lullianischen Gedankengebäudes darzustellen und zweitens um durch die legendarischen und erbaulichen Bilder Trost und Erbauung und damit einen Ansporn zum guten Handeln zu geben.« www.hottopos.com/mirand8/thomas.htm (Datum: 15.12.2017)
Bild-Legenden: www.ub.uni-freiburg.de/fileadmin/ub/referate/04/lullus-ikonographie.htm (Datum: 15.12.2017)

Llulls Sarg. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ramón_Llull._Sepulcro.jpg (Datum: 16.12.2017)

Lull, Raymundi. Ars magna, generalis et vltima Ars magna. Fertigstellung des Werkes: 1308. Druck: 1517, held in the Getty Research Institute. (Hinweis durch: https://therealsamizdat.com/tag/tabula-generalis – Datum: 13.12.2017.) "Figura A" ist auf Seite 34, "Figura T" auf Seite 36.
https://archive.org/stream/illuminatisacrep00llul/illuminatisacrep00llul#page/n4/mode/1up (Datum: 13.12.2017)

Palmanova 1593. www.faena.com/aleph/articles/seven-utopian-cities-that-can-be-visited-even-today (Datum: 6.03.2019)

Uta-Codex (11. Jh.). http://de.mittelalter.wikia.com/wiki/Datei:Uta-Codex,_BSB_Clm_13601,_folio_1v.jpg (Datum: 18.02.2019)

 

 

 


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