Spiritualität

Geistesfrucht einer biblischen Spiritualität

Ausgangs- und Kern­punkt der Enneastar-Typen ist die "Geistes­frucht" der Bibel. Damit ist das Konzept in einer biblischen Spiritualität verankert. Diese wird vor allem im Aufbaukurs thematisiert. Im Folgenden werden (zwecks Transparenz) deren Grund­sätze offen­gelegt.

 

Enneastar geht von der "Geistesfrucht" der Bibel aus.


Abraham

Abraham der Begründer einer neuen Spiritualität

Vor 4000 Jahren entdeckte ein Mann namens Abraham eine neue Spiritualität. (Sein Name war ursprüng­lich Abram.) Er hörte Gottes Stimme in seine persön­liche Situation hinein. Gott versprach ihm eine Zukunft, die weit ausse­rhalb von Abrahams Horizont lag. Obwohl er diese Verheis­sungen als Hirn­gespinst oder Schwärmerei hätte abtun können, liess er sich auf diesen Gott und dessen Versprechen ein. Konkret: Er ge-horch-te und verliess seine persön­liche Wohlfühl­zone. Durch seinen "kind­lichen" Glauben ent­deckte Abraham eine neue Form von Frömmigkeit: Gerechtigkeit aus Glauben. Das heisst: Gott kommunizierte ihm: "Du bist OK, weil du mir vertraust." Gerechtigkeit und Frieden mit Gott wurden Beziehungs­sache. Die Bibel nennt Abraham deshalb auch Freund Gottes.

Bibel – Theologie

Bibel – Theologie

Abrahams Spiritualität steht auch heute noch jedem Menschen offen. Sie ver­steht die Bibel als "Bericht von Gottes Geschichte mit den Menschen". Sie nimmt die Bibel persön­lich und erwartet von ihr Hilfe und Anleitung. Die Theologie der biblischen Spiritualität sieht im Neuen Testament die christliche Inter­pretation des Alten Testaments, sowie auch die Offen­barung von Jesus Christus. Sie aner­kennt die Bibel als von Gott inspiriert (Gott-gehaucht) und bekennt sich zu den jahr­tausende­alten alt­kirch­lichen Glaubens­bekennt­nissen als hilf­reiche Leit­planken.

Beziehung zu Gott statt moralische Leistung

Die biblische Spiritualität von Enneastar sucht den un­mittel­baren Zugang zur Bibel und zu Gott. Sie braucht weder einen Guru noch Meister. Sie ver­steht Religion nicht als mora­lische Leistung, sondern als Beziehungs­sache: Der Mensch muss sich Gottes Liebe nicht ver­dienen. Gott ist Liebe. Der Mensch muss sich Gottes Gerechtig­keit nicht ver­dienen. Gott schenkt Gerechtig­keit, wenn wir auf ihn ver­trauen.

Damit wäre Gott aber ein partei­ischer Richter. Denn: Unsere ego­istischen Über­griffe gegen unsere Mit­menschen ver­dienen Strafe – trotz persön­licher Beziehung zum Richter des Uni­versums.

Versöhnung

Jesus Christus: Versöhnung

Die Gute Nachricht ist: Diese Strafe hat Jesus Christus mit seinem Kreuzes­tod auf sich selbst genommen. Damit hat er Gottes gerechten Zorn über die Sünde er­duldet. Unsere mora­lische Schuld liegt sozu­sagen "auf dem Kreuz". Wenn wir uns Jesus unter­stellen bzw. an­ver­trauen, sind wir vor Gottes Zorn über die Sünde geschützt.
So hat sich Gott mit der Mensch­heit ver­söhnt. Voller Sehn­sucht wartet er nun darauf, dass der Mensch aus eigener Entscheidung heraus zu Gott zurück­kehrt.

Geistesfrucht => Charakter des Heiligen Geistes

Heiliger Geist: Geistesfrucht

Die von Gott geschenkte Gerechtig­keit ist Gottes OK, das uns die Türe für himm­lische Ressour­cen öffnet: Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist. Dieser Geist nimmt Wohnung in unserem Geist bzw. in unserem un­sichtbaren Herz (oder: inneren Menschen) und ver­ändert fortan unseren Charakter durch seine über­natür­liche Kraft. Diese Kraft mani­festiert sich als Geistes­frucht: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freund­lich­keit, Güte, Treue, Sanft­mut und Ent­halt­sam­keit. (Gal 5,22-23)

Die geschenkte Gerechtig­keit wird dadurch mehr und mehr zur gelebten Gerechtigkeit.

Entwicklungsstufen gemäss der Bibel nach 1. Petrus 1,13-22

Prozess mit Entwicklungsstufen

Die charakter­liche Ver­ände­rung durch den Heiligen Geist ist ein lebenslanger Prozess. Die Bibel lässt an ver­schie­denen Stellen Ent­wick­lungs­stufen erkennen. In 1. Petrus 1,13-22↗ sind z.B. fünf Ent­wick­lungs­stufen erkennbar (siehe Grafik). (Das Sinkende Insel-Syndrom ist ein Begriff von Markus Brunner.)

Goldene Regel als Messinstrument für spirituelle Qualität

Die Grund­regel der biblischen Spiritualität lautet: Die spirituelle Qualität eines Menschen wird an seinem Charakter wahr­genommen, der sich im Alltag mani­festiert. (Mt 7,16↗) Als Mess­instrument dient die Goldene Regel von Jesus Christus. (Mt 7,12↗) Die Goldene Regel existiert in allen Welt­religionen (siehe Tabelle). Sie wurde von Jesus aber sowohl pro­aktiv formuliert, als auch auf Feinde ange­wendet. (Lk 10,29-37↗) Andere Welt­religionen begnügen sich mit passiven Formu­lierungen (≈ Tue nicht!) – mit Aus­nahme des Islams, der diese Regel aber auf Glaubens­brüder begrenzt.

Goldene Regeln in verschiedenen Weltreligionen
Verstand - Herz / Szientismus - biblische Spiritualität

Das Herz als geistliches Organ – Illumination

Die biblische Spiritualität vertraut in der Lebens­führung auf das unsicht­bare Herz als spirituelles Organ (≈ Intuition) und ver­weigert sich dem Szientismus (= Wissen­schafts­gläubig­keit). (Spr 3,5↗) Das bedeutet nicht, dass sie den Verstand negiert. Sie erkennt aber seine Grenzen und scheut sich nicht davor, diese Grenzen im Ver­trauen auf das eigene, unsicht­bare Herz zu über­schreiten, um dem unsicht­baren Gott zu begegnen und nach­zu­folgen.

Für manche mag das nach "verkehrter Welt" klingen. Doch ist nicht vielmehr die "normale Welt" verkehrt?

 

Durch das geist­erfüllte Herz wird auch der Verstand erleuchtet. Manche würden diesen Vorgang vielleicht als "Bewusst­seins­erweite­rung" be­zeich­nen. Die klassische Theologie spricht von Illumination (= Erleuchtung).

Neunzackiger Stern von Ramon Llull: Figura A
Ramon Llull, Figura A

Ramon Llull: Doctor Illuminatus

Ramon Llull (1232-1316) glaubte an Illumination. Er wurde deshalb auch Doctor illuminatus genannt. Enneastar benutzt seinen neunzackigen Stern als geometrische Figur – und greift damit auf den Vorläufer des Enneagramm-Symbols zurück.

 

 


Sie kennen das Wesen der biblischen Spiritualität von Enneastar?

Vielleicht fragen Sie sich, wie man diese Spiritualität konkret erlebt?

Dann empfehlen wir Ihnen den Erfahrungsbericht von Markus Brunner.